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Gastgeber

Koch zu Gast | Küchenprofis zum Mieten

       30. Dezember 2015       

Kein Stress in der Küche – Isabella Herwig stellt Mietköche vor, die den Gästen garantiert ihren Gastgeber von der Küche zurück an den Tisch bringen.

Es braucht nicht mehr als die heimischen vier Wände, um sich vor allem in der kalten Jahreszeit richtig wohl zu fühlen. Das gilt auch beim gemeinsamen Essen mit Freunden. Doch meist glänzt der Gastgeber irgendwo zwischen Küchenstress und Höflichkeiten mit Abwesenheit. Isabella Herwig stellt Mietköche vor, die den Gästen garantiert ihren Gastgeber zurück an den Tisch bringen, indem sie seine Küche besetzen.

Stilbewusste Frauenpower

Wer sich die Köchinnen Flore Granboulan, Hannah Bouloudis, Luisa Giannitti oder Siripen Lingk in die Küche holt – ein Schelm, wer in klassischen Rollenmustern denkt – bekommt es mit Powerfrauen zu tun, die beim Wirbeln in der Küche ihre Richtung nie aus den Augen verlieren.Lässt man sich von ihnen in den eigenen vier Wänden bekochen, wird’s vegetarisch, neapolitanisch oder thailändisch.

Die Französin Flore Granboulan bildet gemeinsam mit der Engländerin Hannah Bouloudis das Kräuterkollektiv. Sie machen gern Hausbesuche, weil „man da viel ausprobieren kann, die Kunden vertrauen uns“, sagt Granboulan. Die beiden ausgebildeten Köchinnen kennen sich aus dem veganen-Restaurant La Mano Verde, sind jetzt ihre eigenen Chefs. Als Mietköchinnen liefern sie ihren Kunden mal drei, mal bis zu acht Gänge und wenn gewünscht auch gluten- oder zuckerfreie, aber immer vegetarische Gerichte.

Anders ist das bei Luisa Giannitti, die auch gern mal Fleisch auf den Teller packt.

Vorausgesetzt es passt in ihre neapolitanische Küche. Die hat sie von ihrer Mama mitbekommen und lebt sie mit jeder Faser ihres Körpers aus. Zwischen Kochkursen, Weiterbildungen und ihrem neuen Buch „Meine neapolitanische Küche,“ liebt sie es, als Mietköchin zu arbeiten. „Ich freue mich, wenn sich die Gäste und der Gastgeber gut fühlen, das ist doch viel schöner als im Restaurant“, schwärmt sie. Bei ihr gibt es in der Regel drei Gänge und „immer auch eine kleine Überraschung“.

Die hat auch Glücksmädchen Siripen Lingk für ihre Gäste – oder zumindest für die, die ein Problem mit scharfem Essen haben. Ihre traditionelle Thai-Küche in modernem Gewand ist das nämlich durchaus. Dafür bringt sie mit ihrem Glücksmädchen-Catering nicht nur ein Stück ihrer thailändischen Heimat mit in die privaten Küchen ihrer Kunden, sondern auch jahrelange Restaurant- und Hotelerfahrung.

Kompetente Autodidakten

Heimische Küchen? Die sind schon immer ihr Revier gewesen. Laurin Hackney, Daniel Grothues und Kristof Mulack haben ihre eigentlichen Jobs an den Nagel gehängt, um in Supperclubs ihre Kochkünste einer breiteren Masse unter Beweis zu stellen. Wer bei den regelmäßig ausgebuchten Essen mal wieder keinen Platz ergattern konnte, geht lieber auf Nummer sicher und holt sich die kreativen Autodidakten lieber an den eigenen Herd.

Das Parlour Dinner von Laurin Hackney ist gerade umgezogen, die Nachfrage bleibt aber ungebrochen. Deswegen macht der Grafikdesigner auch Hausbesuche. Mit dabei ist meistens rosa Pfeffer, von dem schwärmt er nämlich, ebenso wie vom Kochen selbst. „Sobald irgendwo eine Küche war, wurde ich magisch angezogen. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich damit mal Geld verdienen kann“, sagt Hackney. Seine Menüs sind mal regional, mal exotisch, sollen aber immer Bilder im Kopf der Gäste erzeugen und auf den Tellern trotzdem für Überraschungen sorgen.

Auch Marketingfachmann Daniel Grothues und Versicherungsvertreter Kristof Mulack haben im Kochen ihre eigentliche Passion gefunden.

„An meinem eigentlichen Job hing nie mein Herz, das ist schnell aufs Kochen übergesprungen“, sagt Kristof Mulack, der große Popularität als Gewinner von „The Taste“ erlangte. Bekannt ist er vom Supperclub Mulax oder seinem aktuellen Projekt „Kraut&Reben“. Im fünften Jahr als Autodidakt ist er so gefragt, dass wenig Zeit für Private Cooking bleibt. Dennoch macht er immer wieder gern Hausbesuche, denn da kann er seine Vertriebsfähigkeiten in seiner neuen Lieblingsumgebung, der Küche, unter Beweis stellen.

Die Aussteiger der Spitzenküche

Sie haben ihre sicheren Jobs in den hochklassigen Restaurants Berlins an den Nagel gehängt, um sich kreativer und freier als Private Chefs ausleben zu können. Was dabei herauskam, kann sich mehr als sehen lassen.

„Ich habe mir mehr Freiheiten gewünscht und war in den Restaurants oft unzufrieden, da wurde kein Wert auf Details gelegt“, sagt Thomas Elstermeyer.

Er ist der geborene Gastgeber, was er nach seinem Ausstieg aus der Restaurantmaschinerie in seinem Supperclub Gaumengold endlich in vollstem Umfang zeigen konnte. Bucht man ihn als Gastkoch, gibts mindestens sechs Gänge, und neben selbstgetöpferten Tellern bringt der Profi auch schon mal seine hawaiianische Eismaschine mit. Kulinarisch bedient er sich aus allen Küchen. „Hauptsache die Gäste sagen nicht ‚Ah, das hab ich schon mal gegessen‘, dann hab ich was falsch gemacht.“

Die Marketing-Skills von Daniel Grothues finden eher in Form unbändiger Kreativität auf die Teller seiner Gäste. Er hat seine Leidenschaft fürs Kochen zunächst in Form von Motiven, die mit dem Kochen zu tun haben, auf Textilien gedruckt, dann kam sein Supperclub Daniel’s Eatery. Zurzeit macht er aber hauptsächlich private Dinner. Die Richtung, die er bei privaten Dinnerabenden kocht, sei anpassungsfähig, so wie er selbst auch – „allerdings sollte schon etwas Arbeitsfläche vorhanden sein“, lacht er.

Ständig neu erfindet sich und seine Gerichte auch Michal Orantek. Der ausgebildete Koch war in Berliner und Schweizer Restaurants zu Hause, bis er beschloss, sich voll und ganz den Bedürfnissen seiner Gäste hinzugeben und als Privat- und Mietkoch vielfältige Menüs in die heimischen vier Wände zu bringen. Als ausgebildeter Milchtechnologe hat er neben seinen Menüs von Paleo bis Landküche noch zusätzliches Wissen parat.

Auch bei Emil Torp geht das Kochen weit über einfache Menüs hinaus, wenn er mindestens sechs Gänge zubereitet. „Ich möchte mit meinen Menüs eine gewisse Dramaturgie und einen langen, zelebrierenden Abend für die Gäste schaffen“, sagt er. Der Vollprofi hat in Zwei-Sterne-Restaurants wie in dem Reinstoff in Berlin oder der Schweiz gekocht. Den Stress kann er sich mittlerweile sparen. „Jetzt, wo ich selbstständig bin, kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen und trotzdem mein hohes Niveau halten.“ Seine hochklassigen Private Dinner sind häufig experimentell, aber mit Zutaten, die jeder kennt, von denen man aber selten weiß, dass man sie essen kann, wie z.B. Sonnenblumen.

 

 

Kräuterkollektiv, Flore Granboulan & Hannah Bouloudis, www.kraeuterkollektiv.de, Tel. 0152 14 38 95 99


Luisa kocht, Luisa Giannitti, www.luisakocht.de, Tel. 0176 62 53 81 30


Glücksmädchen, Siripen Lingk, www.gluecksmaedchen.de, Tel. 030 762 167 98 


the parlour dinners, Laurin Hackney, www.theparlourdinners.com, Tel. 0179 484 60 18


Kraut&Reben, Kristof Mulack, www.kraut-reben.de, Tel. 0177 230 87 65


Daniel’s Eatery, Daniel Grothues, www.danielseatery.com, Tel. 0170 184 99 37


Gaumengold, Thomas Elstermeyer, www.gaumengold.wordpress.com, Tel. 0177 295 77 49


CulinarSurfing, Michal Orantek, www.culinarsurfing.com, Tel. 0172 207 55 57


Störkoch, Emil Torp, www.emiltorp.com, Tel. 0157 71 72 71 41 


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