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Kochen

Nachgekocht N° 10 | Königsberger Klopse mit Kapernsauce

       03. Dezember 2015       

In unserer Reihe testen wir Rezepte und deren Anwendbarkeit. Heute: Ein Gericht aus dem Kochbuch „Wir haben einfach gekocht“.

Geschichten sind oft das Einzige, was älteren Menschen bleibt. Besonders, wenn sie in Seniorenheimen wohnen. Der Alltag ist strukturiert durch feste Essenszeiten und ein paar Gemeinschaftsaktivitäten. Doch gerade die älteren Generationen sind es noch gewohnt, selbst zu kochen. Im Altersheim wird ihnen das jedoch komplett abgenommen. Das ist schade. Durch gemeinsames Kochen gewinnen Senioren wieder Selbstbewusstsein und Lebensqualität.

Das war für die Autoren Jörg Reuter, Manuela Rehn und Cathrin Brandes eine klare Erkenntnis. Das Kochbuch mit dem Titel „Wir haben einfach gekocht“ ist eine Sammlung von 100 Rezepten, die sie an verschiedenen Orten wie Sinzheim, Kassel, Nürtingen oder Berlin erfahren haben. Der Name des Kochbuchs ist Programm. Einfache Küche. Früher wurde mit dem gekocht, was es regional und saisonal gab. Und so sehen auch die Rezepte aus. Von der Kartoffelsuppe über den Sauerbraten bis zur Roten Grütze erinnert alles an die Sonntagsessen bei Oma. Nostalgie pur, schon beim Durchblättern.

Getestet werden: die vegetarischen Königsberger Klopse mit Kapernsauce. Und als Dessert Apfelküchle mit Zimt und Zucker. Die beiden Rezepte sind übersichtlich gestaltet, die Zutaten ganz oben aufgelistet. Doch wir sind gebrannte Kinder und lesen uns die Rezepte erstmal komplett durch. Und in der Mitte der Knödel-Anleitung versteckt sich eine Garzeit von einer Stunde. Gut zu wissen, das hilft bei der Planung.

Zuerst die Zwiebel würfeln und braten. Bei uns mehr braun als gold. Fällt im Knödel hoffentlich später nicht auf. Dann geben wir Grünkernschrot – den angegebenen Weizenschrot gab es nirgendwo zu finden – in eine Schüssel und verkneten ihn mit der Butter und den zehn Eiern.

 

Zum Schluss Semmelbrösel und die gebratenen Zwiebelwürfel dazu. Mit den Händen geht das am einfachsten, sieht nur nicht so appetitlich aus.

Nach einer Weile kommt ein gut formbarer Teig heraus, der nicht zu sehr klebt. Abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, etwas Kümmel und Majoran. Der Teig soll etwas zu würzig sein, dann ist er nachher genau richtig. Wir sind trotzdem etwas vorsichtig mit dem Salz.

Auf dem Herd erhitzen wir einen Topf mit Wasser und geben Gemüsebrühpulver und Lorbeerblätter dazu. Sobald das Wasser kocht, kommen die aus dem Teig geformten kleinen Bällchen hinein. Die sollten auch wirklich klein sein, da sie beim Kochen noch größer werden. Das merkt man am Ende der Garzeit.

Die Knödel köcheln und so kann es losgehen mit dem Nachtisch.

Der Teig wird klassisch aus Mehl, Zucker, Salz, Milch und Eiern mit einem Schneebesen gerührt. Erstaunlicherweise wird der sehr fest. Bei den vier in Scheiben geschnitten Äpfeln erweist sich das Entfernen des Kerngehäuses als künstlerische Improvisation. Im Rezept steht leider nicht, wie das einfacher gehen könnte. Vielleicht mit einem runden Gehäuseausstecher?

Bei dem Versuch, die Apfelscheiben durch den Teig zu ziehen, ist der Erfolg eher mittelmäßig. Die feinen Ringe brechen. Durch die Zugabe von etwas Milch geht es mit dem flüssigeren Teig leichter.

In einer Pfanne wird viel Butter geschmolzen, darin backen wir die Scheiben goldbraun und knusprig. Anschließend kommen die Teigringe auf ein Küchenpapier zum Abtropfen.

Die Aktion Apfelküchle hat länger gedauert als erwartet. Die Knödel sind daher auch schon fast fertig. Laut Rezept sind sie gar, wenn der Kern nicht mehr fest ist. Wir schneiden einen Knödel auf und das Messer gleitet durch wie Butter. Perfekt. Schnell noch die Kapernsauce zubereiten. Butter in einem Topf zerlassen, Mehl dazu und mit viel Hitze und Rühren das Mehl leicht bräunen. Dann langsam Brühe dazugeben und weiter rühren. Ein Schluck Weißwein dazu und kurz aufkochen. Kapern hinein und mit Salz und Pfeffer würzen.

Fazit: Zu den Knödeln hätte man noch Kartoffelbrei oder Salzkartoffeln servieren können. Wir finden die Knödel alleine schon sehr lecker. Sie sind luftig und zart, haben aber dank des Grünkernschrots eine bissfeste Konsistenz und schmecken leicht nussig-würzig. Nur etwas zu groß sind sie geraten. Die Sauce frischt die Knödel mit einer leichten Säure auf. Besonders die Kapern runden den Geschmack sehr gut ab. Die Apfelküchle bestreuen wir noch mit Zimt und Zucker. Die Apfelscheiben sind innen schön weich und die Teigschicht knusprig. Wie bei Oma zu Hause. (pia)

Jörg Reuter, Manuela Rehn, Cathrin Brandes, „Wir haben einfach gekocht,“ Umschauverlag, 304 Seiten, 29,95 €


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