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Asienmarkt

Wenn im Chinamarkt | ein Sack Reis umfällt

       18. Mai 2016       

Ob Tofu, Pak Choi oder Schlangenkopffisch – sie sind genau die richtige Adresse für exotische Gerichte und deren Zutaten. In den Chinaläden treffen sich Kenner der asiatischen Küche und experimentierfreudige Laien

„Unsere Kundschaft besteht ungefähr zu gleichen Teilen aus Asiaten und Nichtasiaten, mit dem Unterschied, dass ein Asiate hier seinen ganzen Wocheneinkauf erledigt, während der Deutsche sagt: Ich esse jetzt asiatisch, also hole ich mir Reis und ein bisschen Sojasauce“, erklärt Thorsten Steddin. Er ist einer der beiden deutschstämmigen Mitarbeiter bei Orient Master, zu denen Go Asia gehört, und zuständig für die Behördengänge und die Expansionspläne des relativ jungen Unternehmens.

Die Kantstraße, von der aus die mittlerweile vier Filialen verwaltet werden, ist ein guter Ausgangspunkt für den Handel mit asiatischen Lebensmitteln. Besonders in dem Bereich zwischen Savignyplatz und Wilmersdorfer Straße findet sich eine dichte Anzahl meist chinesischer Restaurants und Läden. Go Asia hat seine Rolle als reiner Supermarkt erweitert und beliefert mittlerweile auch Restaurants und Botschaftskantinen mit seiner Ware.

Asiamärkte haben einen Wandel erlebt, von den kleinen, familiengeführten Eckläden zu Supermärkten auf Flächen bis zu 1000 Quadratmetern. Asiatische Produkte werden von Europäern immer mehr angenommen, das Geschäft wächst beständig. Etwa 4000 verschiedene Produkte werden bei Go Asia angeboten, inklusive der Grundausstattung für viele Gerichte: Woks, Reiskocher, Essstäbchen, chinesisches Teegeschirr, kunstvoll bemalte Schüsseln und Sushizubehör.

Schon beim Betreten merkt man sofort, dass man nicht in einem deutschen Discounter gelandet ist, es riecht nach Curry, Fisch und Meeresfrüchten, nach Tee und Wurzelgemüse. Auch optisch sind asiatische Märkte verglichen mit den deutschen wahre Farbexplosionen, jedes Produkt buhlt mit seiner grellbunten Verpackung um die Aufmerksamkeit der Kunden.

Es ist keine vertraute Welt für einen Europäer, vor allem, was Fisch angeht, klingen die Produkte oft befremdlich: Riesenstachelaal, ostasiatische Torpedo-Stachelmakrele und quergestreifter Schlangenkopffisch, wie soll man sich da auskennen?

Lena Sachse / HiPi

„Unsere asiatischen Mitarbeiter wissen bestens Bescheid über die Zubereitung der Speisen“, so Steddin. Sie sind die Experten, die für die Auswahl der importierten Produkte zuständig sind, sie wissen genau, was ihre Landsleute gerne essen und helfen nichtasiatischen Kunden gerne weiter. Wozu genau werden Sesamkörner mit Wasabigeschmack denn verwendet, wie bereite ich Tofu richtig zu und für welche Gerichte sind die Dampfschalen aus Bambus gedacht?

Der Kunde kann sich das alles haarklein von den Angestellten erklären lassen oder man kauft einfach ganz nach Gusto ein und lässt sich von dem Ergebnis überraschen. Im Gegensatz zu anderen Asiamärkten sind die Produkte und Regale bei Go Asia auf Deutsch ausgeschildert, auch wenn man manchmal trotzdem noch ratlos vor den Süßspeisen steht und sich fragt, ob die eingelegte Mango mit Chili denn die abendliche Tafel Schokolade ersetzen kann.

Grasgelee? Ein gerösteter Algenblättersnack? Man muss experimentierfreudig sein, um sich als Europäer ohne Anleitung der asiatischen Küche zu nähern. An Freude an Neuem hat es Berlinern bisher nicht gemangelt, dafür aber auch nicht an ökologischem Bewusstsein. Fast ausnahmslos alle Produkte werden aus Fernost importiert, sei es über den Seeweg oder im Falle von thailändischem Gemüse zwei Mal die Woche per Flugzeug.

Das garantiert Frische, aber „die derzeit niedrigen Transportkosten spiegeln in keiner Weise die tatsächlichen Kosten des ökologischen Fußabdrucks solcher Lebensmittel wider“, gibt Daniel Moser, Experte für Verkehr bei Greenpeace, zu bedenken. Ökobilanz? „Nicht unser Schwerpunktthema“, gibt Steddin offen zu, obwohl ein langsames Umdenken in manchen Ländern spürbar wird. Spätestens seit Skandalen wie beispielsweise 2008, als aufgedeckt wurde, dass Milchprodukten aus chinesischer Produktion das Kunstharz Melamin beigemischt wurde, legen immer mehr Chinesen Wert auf Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft und nachhaltiger Produktion. Dieser Trend setzt chinesische Landwirte und Lebensmittelhersteller unter Druck, sich der Nachfrage anzupassen und transparenter zu werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Trend, der bis in die Berliner Asiamärkte hinein spürbar sein wird. (ju)


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