25.03.2017

Immer frisch serviert!

Neues aus der Gastroszene.

Der EssPress im Jahresabo,

12 Ausgaben zu 42 €!

Einfach  Button klicken.

07.01.2017

Immer frisch serviert!

Neues aus der Gastroszene.

Der EssPress im Jahresabo,

12 Ausagen zu 42 €!

Einfach  Button klicken.

07.01.2017

Musik

Washed Out | Konzertreview

       16. Oktober 2013       

Die amerikanische Band Washed Out kann im Konzert nicht ganz überzeugen - die Vorgruppe dafür umso mehr. 

Welche der vielen um den Club verteilten Türen lässt sich öffnen? Diese Herausforderung scheint in einigen spontan rüttelnde Rebellen zu wecken. Andere geben auf. Wählen fluchend die Nummer des Veranstalters. Rollen sich auf den Stress direkt eine amtliche Portion Tabak. In den Katakomben des U-Bahnhofs Schlesisches Tor, im Bi Nuu Club spielen heute Washed Out. Die Band aus den USA möchte mit valiumartigen Klangtexturen und einer gehauchten Männerstimme, mit Dream-Pop, den Alltag der Zuhörer weglullen. Im Club herrscht ein schummrig rotes Lichtkonzept. Darin stehen Menschen, die sich für alternative Mode entschieden haben, aber bitte nicht zu weit gehen wollen. Dieses Credo sollte den kompletten Abend prägen.

Als der Brite Joe Flory „Amateur Best“ mit knackigen Off-Beats und experimentellen Gesangspassagen ohne Mikrofoncheck die Bühne eröffnet, weiß hier niemand so recht etwas damit anzufangen. Sein rotziger Synthesizer-Elektro-Funk klingt als hätte man den jungen David Bowie geklont und ihn in einer WG voller Minimal-Electro-Djs großgezogen. Einmal reingehört überrascht der Sound unaufhörlich und erntet als ungewolltes Wunderkind des Abends zu Unrecht wenig Begeisterung. Diese Aufmerksamkeitsverschwendung stimmt gereizt. Ich werde seine Facebookseite besuchen. Unter seinem Eintrag „Berlin BOOM TOWN what a nice crowd!” werde ich “Liar!“ schreiben und aufmunternd „what a nice performance though“ hinzufügen.

Washed Out aus US Georgia betreten die Bühne. Ernest Greene und Band ernten mit jedem soundgecheckten Instrument Vorfreudenapplaus. Diesen werden sie sich ab Minute eins durch die immer gleiche Zwischenfrage „How are you doing?“ zurückerobern müssen. Denn hier sind Gespräche über Sneaker immer einen Dezibel wichtiger als die Band. Kein Wunder. Klingen die schwerelos tanzbaren Sphären des Albumzweitlings „Paracosm“ doch wie der Air-Remix eines jamaikanischen Strandspaziergangs. Es wird sich bemüht. Aber es will nicht funken. Keiner wird mitgerissen. Und so bleibt der einzige Traum die Hoffnung in den Gesichtern des Publikums. Dass aus ihnen vielleicht nach dem Studium etwas wird. Sie sich trauen anzuecken. Und das nicht aufgrund der Auswahl ihrer Sneaker. Sondern weil sie es gewagt haben, ihre ungefilterte Stimme zu finden. Das ungewünschte Wunderkind in sich zu entdecken. Sich auf Musik einzulassen, die alternativ klingt und zu weit geht - ohne es zu wollen.

(hl)

 

Washed Out: www.washedout.net

Amateur Best: www.amateurbest.co.uk


Bewertung abgeben
 

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisiertem Spam vorzubeugen.
6 + 9 =
Das einfache mathematische Problem ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben. Z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegebene werden.