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Kunst

Galerie Walden | Eine Produzentengalerie im Hinterhof

       03. Februar 2011       

Galeristen siedeln sich rund um die Potsdamer Straße an. Einer davon ist Reinhold Gottwald, der 2009 von der Kastanienallee nach Tiergarten zog.

Etwas versteckt, in einem Hinterhof auf der Potsdamer Straße, befindet sich die Galerie Walden. Im September 2009 eröffnete Inhaber Reinhold Gottwald die neuen Räume, davor war die Galerie 15 Jahre lang in einem ganz anderen Bezirk zuhause, nämlich in Prenzlauer Berg. Durch die steigenden Mieten wurde es für die kleinen Galerien dort immer schwerer, sich über Wasser zu halten, viele mussten schließen oder umziehen. „Wir waren lange Jahre auf der Kastanienallee, aber der Bezirk hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, ich wollte dann auch woanders hin“, erzählt Gottwald.

Dass er ausgerechnet in der Potsdamer Straße gelandet ist, wo sich in der letzten Zeit verstärkt Galeristen ansiedeln, war reiner Zufall. „Die Gegend hat mich gereizt, ich finde, die Potsdamer Straße ist eine der städtischsten Straßen, für mich war das schon bevor ich nach Berlin gekommen bin, ein Name, mit dem ich den typischen Berlin-Charakter verbunden habe.“

Mit der Neugier auf den Bezirk ist Gottwald nicht allein. Mittlerweile ist der gesamte Gebäudekomplex  in der Potsdamer Straße 91 „fest in Künstlerhand“. Im rechten Seitenflügel neben der Galerie Walden befindet sich noch das Freie Museum, in den Etagen darüber und darunter zahlreiche Ateliers.

Walden Kunstausstellungen ist nicht auf eine bestimmte Kunstgattung spezialisiert, gezeigt werden je nach Ausstellung Installationen, Fotografien oder auch Skulpturen. Die Besonderheit der Galerie ist, dass Gottwald sie als Produzentengalerie konzipiert hat. Statt bereits etablierte Künstler zu repräsentieren sollen neue Künstler entdeckt, aufgebaut und langfristig betreut werden. So auch der Berliner Hologramm-Künstler Stefan Picker, der immer wieder bei Galerist Gottwald ausstellt. Das letzte gemeinsame Projekt von Gottwald und Picker war ein Beitrag zur Transmediale, die Ende Januar stattfand. „Selfscripted realities“ nannte sich das Projekt, bei dem Pickers Holografien  neben Videoinstallationen von Josefin Böttger präsentiert wurden.

Ab dem 4. Februar können Pickers Arbeiten in der Soloausstellung "fnord scripted reality" noch einmal näher betrachtet werden. "Fnord" sei ein Kunstwort, so der Galerist, das für Manipulierung und Konditionierung durch gezieltes Einspielen von Informationen stehe. Diesen Vorgang will Picker in seinen Holografien darstellen, sie zeigen Gesichter und Köpfe, die wie eine Mischung aus Maschine und Mensch wirken, und den Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts porträtieren sollen. Präsentiert werden in der Ausstellung aber auch die Geräte, mit denen Picker die Holografien erzeugt. Stefan Picker verändert den Charakter von Holografie, indem er die Geräte, die er braucht, zum Beispiel einen Laserscanner, aus billigen Elektromarkt Geräten selbst zusammenbaut. "Dadurch bekommt dieses hochkomplizierte technische Verfahren etwas Persönliches zurück. Wir versuchen in der Galerie sein absurdes Laboratorium nachzubauen.“

Neben seiner Arbeit als Galerist ist Gottwald selbst Künstler. „Das Umschalten ist manchmal schwierig, deshalb präsentiere ich meine eigenen Werke gern an anderen Orten“, erzählt er. Im Januar waren einige seiner abstrakten Zeichnungen in der Galerie „Artists in progress“ in der Suarezstraße zu sehen. An gleicher Stelle wird es im April eine Rauminstallation von Reinhold Gottwald geben. Er arbeitet vor allem mit industriell produzierten Alltagsmaterialien wie Karton oder Zeitungspapier, grundlegend ist eine gewisse Fragilität seiner Arbeiten.

Sowohl als Künstler als auch als Galerist hat Gottwald viel vor im Jahr 2011, das hat vielleicht auch etwas mit dem neuen Publikum zu tun. „In der Kastanienallee war natürlich jeder an Kunst interessiert, aber genauso an dem Modeladen nebenan oder dem nächsten Café. Man hatte vielleicht mehr Publikum, aber kein explizit kunstinteressiertes Publikum. Das ist hier in der Potsdamer anders, und ich bin gespannt, wie sich die Gegend noch weiterentwickelt.“

(azi)

Walden Kunstausstellungen, Potsdamer Straße 91, Tiergarten

www.galerie-walden.de

Fahrverbindung: U-Bhf Kurfürstenstraße

Do-Sa 15-19 Uhr und nach Vereinbarung


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