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Kunst

Joël Curtz: Petites mises en abîme | Der Dreischnitt des Ansehens

       14. März 2011       

In der Galerie Gilla Lörcher spielt der Künstler Joël Curtz mit den Sehgewohnheiten der Besucher.

Lacht er mich an oder lacht er mich aus, der junge Mann in der Galerie Gilla Lörcher? Auf jeden Fall scheint er einem beim vorübergehen mit den Blicken zu folgen, einen geradezu aufzufordern, doch mal hereinzuschauen. Und das, obwohl es sich hier keinesfalls um einen echten jungen Mann handelt, sondern nur um sein Bild, das in den Fenstern der Galerie hängt.

Die Arbeit stammt von dem jungen französischen Künstler Joël Curtz und spielt mit den Sehgewohnheiten der Betrachter. Die beiden Selbstporträts sind auf Spiegel gedruckt, die beiden Spiegel wiederum hängen im Schaufenster der Galerie Gilla Lörcher. Schaut man näher hin, bekommt man den Eindruck, dass Curtz einen humorvoll und vielschichtig auf die eigene Rolle als Schauender hinweist: erstens folgt der Blick des abgebildeten Künstlers einem überallhin, zweitens wegen dem eigenen Spiegelbild in den Spiegeln und drittens weil man durch die Kunstwerke auch in den kleinen Innenraum der Galerie blickt.

Galeristin Gilla Passarge (geborene Lörcher) muss mit der Beengtheit ihrer Galerie umgehen und tut das indem sie sie offensiv der jeweiligen Ausstellung anpasst. Für die letzte Ausstellung wurden die Wände des kleinen Raumes extra rot gestrichen, als lebhafter Kontrast zu den blassen Zeichnungen und Malereien von Jürgen Eisenacher. "Der Raum hier ist so klein, dass man ihn gut ausnutzen muss, für die Künstler ist das eine Herausforderung, weil sie sich auf einige wenige Werke beschränken müssen, dafür ist die Thematik dann aber immer sehr verdichtet" erklärt die Galeristin.

Seit gut zwei Jahren befindet sich die Galerie in der Pohlstraße, damals gab es nur noch eine weitere im gesamten Straßenzug, heute sind es fünf allein auf ihrer Straßenseite. "Wir waren mit die ersten hier, aber was jetzt passiert ist natürlich sehr spannend" meint Passarge. Auf eine bestimmte Kunstform hat die Galeristin sich nicht festgelegt, sie präsentiert Fotografien, Videos, Installationen und Zeichnungen. "Wichtig ist mir, dass mich die Position des Künstlers anspricht, nicht wie er sie ausdrückt" meint Passarge.

Curtzs Position als Beobachter des Beobachtens wird auch an seinen anderen Photoarbeiten deutlich. Gedruckt auf halbtransparentes Material hängen die Bilder in Augenhöhe nebeneinander mitten im Raum. Auch hier wieder der Dreischritt des Betrachtens: Der Besucher schaut auf Bilder von Menschen, die selbst wiederum Tiere im Aquarium Lissabon beobachten. Außerdem stehen die Besucher fast Nase an Nase und sehen sich durch die transparenten Bilder auch gegenseitig an.

Bei der Vernissage am Freitag wurden die Besucher übrigens gefilmt, die Filmaufnahmen gleich zu einer Kunst-Performance verarbeitet. So waren die Betrachter auch hier nicht einfach neutrale Beobachter von außen, sondern zugleich Teil des Kunstwerks.

(azi)

Gilla Lörcher

Contemporary Art, Pohlstraße 73, Berlin-Tiergarten

Tel. +49 30 80 61 32 34, www.galerie-loercher.de


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