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Führung

Regine Wosnitza und die Potsdamer Straße | Ein Strich mit Tradition

       31. Mai 2011       

Regine Wosnitza organisiert geschichtliche Kieztouren zum Thema Prostitution   

In der Zietenstraße Ecke Schwerinstraße bildet sich an diesem Abend eine kleine Menschentraube. Interessierte treffen sich zu einer Führung durch den Kiez. Es geht durch die Potsdamer Straße und die umliegenden Straßen. Die Tourteilnehmer werden den Ort besuchen, wo früher der Sportpalast stand, doch nichts über Boxkämpfe oder Radrennen erfahren. Es geht auch in die Bülowstraße, doch niemand redet von Jugendstil-Architektur. Stattdessen wird von ehemaligen Vergnügungsvierteln berichtet, von autonomen Hurenorganisationen und sozialen Diensten. Denn seit den 20er Jahren ist die Ecke eine beliebte Gegend für leichtes Amusement. 

„Der Strich ist im Laufe der Jahre gewandert“, erklärt Regine Wosnitza, die Leiterin der Tour (Foto). Sie ist freie Journalistin und nimmt ihre Besucher mit auf eine Reise durch den Kiez und durch die Zeit. An sechs Stationen in und um die Potsdamer Straße geht sie nicht nur der Geschichte der Prostitution nach, sondern auch den Reaktionen auf Sexarbeit – damals und heute. Dabei greift sie auf diverse Quellen zurück und liest aus Zeitungsartikeln, die vor gut 100 Jahren entstanden sind. „Es ist erstaunlich wie ähnlich die Kommentare zu heutigen Zeitungsartikeln sind“, verrät Wosnitza. In den 1880er Jahren, während der industriellen Revolution, trieb Arbeitslosigkeit junge Frauen nach Berlin. Die Suche nach einer Anstellung als Dienstmädchen endet häufig unter den U-Bahnbögen der Bülowstraße. Heute, nach der EU-Osterweiterung, sind es überwiegend Ungarinnen, Bulgarinnen und Rumäninnen, die im eigenen Land keine Anstellung finden. Frauen wie Denise, die tagtäglich auf der Kurfürstenstraße steht. Die Rumänin arbeitet hier, um den Unterhalt für ihren Sohn zu verdienen. Von den Straßenführungen hat sie – wie die meisten Damen – noch nichts gehört. „Die Straße ist ziemlich hart, weil die Kunden alles mögliche wollen. Aber das Geld stimmt“, sagt sie.

(C) Andreas Kottlorz/HiPi

 „Bisher hatte sich der Strich immer verschoben, doch in den letzten 3 bis 4 Jahren hat er sich definitiv ausgeweitet“, berichtet Gerhard Schönborn aus dem Café Neustart in der Kurfürstenstraße. Die christlich orientierte Beratungsstelle leistet Hilfe und Unterstützung für Drogenabhängige und Prostituierte, eröffnet Perspektiven zum Ausstieg. Doch die Sprache behindert oft schon die erste Kontaktaufnahme. „Manchmal haben wir Praktikanten, die bulgarisch oder rumänisch sprechen.“ „Einmal haben wir dann auch einen Bulgarientag gemacht und nur bulgarische Frauen ins Café eingeladen.“

Wosnitzas Führung will Aufklärungsarbeit für Bürger leisten. Sie möchte betonen, dass Prostitution ein legaler Beruf ist. „Viele Probleme haben mit einem Informationsdefizit zu tun. Das schürt Angst und verhindert Verständnis“.  

(nm)

Journalistin und Tourleiterin Regine Wosnitza

 

„Ein Strich zieht weite Kreise“, Straßenführungen zur Geschichte der Prostitution im Kiez in Zusammenarbeit mit Frauentouren (www.frauentouren.de)

Tel. +49 30 23 63 99 03

potseblog@wosnitza-berlin.de

www.wosnitza-berlin.de

nächster Termin: 7.Juli 18 Uhr

Treffpunkt: Zieten- / Schwerinstraße, 10783 Berlin

10 € / Person


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