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Bundestagswahl 2013

Kandidatencheck | Neukölln im Bundestag

       17. September 2013       

Neukölln fühlt den Bezirkskandidaten für die kommende Bundestagswahl auf den Zahn.

Links, grün oder doch die Piraten? Beim Kandidatencheck in der Villa Neukölln stellten sich die Direktkandidaten der Parteien am Freitag ihren potentiellen Neuköllner Wählern. Beim Thema Mieten geht es nach einigem Vorgeplänkel sehr schnell um das Wesentliche: Das Tempelhofer Feld. Während der Direktkandidat der Linken, Ruben Lehnert, das Tempelhofer Feld euphorisch als einen der „geilsten Plätze der Welt bezeichnet“, spricht sich CDU Politikerin Christina Schwarzer sehr klar für eine Bebauung aus. Buhrufe aus dem Publikum. Das „alte-Leute-gehen-nicht-auf-das-Tempelhofer-Feld-Argument“ wird ausgepackt, die konservative CDU-Mauer steht. Damit kommt Schwarzer hier schlecht an, Punkt für Lehnert. SPD und Grüne halten sich bedeckt, schade, dabei ist das doch ein sozial-„grünes“ Thema. Mit Witz und jugendlichem Charme nimmt Anne Helm das Publikum der Villa Neukölln für sich ein: „Also ich gehe oft mit meiner Oma auf den Tempelhof, der gefällt es total gut da“, kontert sie locker und schafft damit eine ganz persönliche Verbindung zu den anwesenden Wählern. 

 

Beim nächsten Block tritt der Kandidat der SPD Fritz Felgentreu ins Rampenlicht. Als Lehrer wirkt er beim Thema Bildung besonders kompetent, kommt aber vom Phrasensockel nicht herunter. Schwarzer schafft es auch hier, die Neuköllner zu verbittern. Zum Thema Gemeinschaftsschule fällt ihr ein, dass sie „lieber auf einer Schule wäre, auf der sie sich trauen würde, aufs Klo zu gehen“. Die Elite wird also danach ausgewählt, wie sauber sie sich auf der Toilette verhalten. Empörung beim Publikum, nirgendwo sind Vorurteile so fehl am Platz wie in Neukölln.

 

Beim Thema Arbeit fliegt der gesetzliche Mindestlohn, da streiten sich die Parteien mittlerweile ja vor allem um die Höhe. Die Piraten gehen mal wieder einen Schritt weiter. Sie wollen das unabhängige Grundeinkommen und automatisierte Arbeitsvorgänge, damit jeder das tun kann, was er wirklich möchte. Trotz der typisch unglaubwürdigen Piratenmentalität steckt die junge Politikerin ihre älteren Kollegen rhetorisch locker in die Tasche. Man glaubt ihr einfach, man glaubt, dass sie tatsächlich etwas erreichen könnte mit ihrer Dynamik. Und sie passt zu Neukölln, zu einem sich entwickelnden Stadtteil, mit einer jungen multikulturellen Szene, die noch etwas bewegen will. 

Schwarzer, die Favoritin der Wahlprognosen, kann bei dieser Veranstaltung scheinbar nur verlieren. Der Vorher-Nachher Check zeigt: vor der Show würden sie 5,8 % wählen, nachher sind es nur noch 2,7 %. Noch schlimmer hat es die Grünen erwischt, Anja Bonfiger muss ihre leeren Sprüche mit Wählerstimmen bezahlen, auch wenn sie am Ende des Abends den Phrasenpokal gewinnt. Während vorher 36,4 % für sie gestimmt hätten, sind es nachher nur noch 19,8 %. Diese Stimmen kommen der SPD zugute: Felgentreu kann sein Ergebnis von 26,4 % auf 27,9 % verbessern und hätte die Wahl des Abends gewonnen. Positiv überrascht scheinen viele von Anne Helm, sie rutscht mit 20,7 % auf Platz zwei und kann ihr Ergebnis damit verdoppeln. Es ist ziemlich klar, was die Neuköllner wollen. Viele leben in diesem Bezirk gerade weil er so lebhaft und bunt ist und sie wünschen sich keine Vertretung im Bundestag, die diesem Bild mit Hochhäusern im Bürgerpark und Elitenförderung im Weg steht. Auch für mich als Neuköllnerin, sieht nach dem Abend einiges anders aus.

(lj)


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