02.09.2014

Um 20 Uhr Openingparty des 2.

ifab Filmfestivals im filmkunst 66.

Kinopublikum und Filminteressierte

treffen bis zum 7.9. auf Filmemacher.

Eintritt frei, kleines Buffett kostenfrei.

03.09.2014

Marion Brasch und Stefan Kaminski

lesen um 20 Uhr im Georg Büchner

Buchladen am Kollwitzplatz

aus Marion Braschs neuem Buch

„Wunderlich fährt nach Norden“.

02.09.2014

Thema

Michelin-Sterne | Sternenregen und Donnergroll

       08. November 2011       

Sie sind verteilt, die glänzenden Auszeichnungen, die der Gastronomie das kommende Jahr sichern.

Der Guide Michelin gilt als weltweit tonangebender Restaurantführer. Und jedes Jahr in der ersten Novemberwoche zittern die besten Köche Deutschlands, und eben auch in Berlin um ihre Reputation. Werden die Sterne behalten ist das schon mal gut. Es garantiert einen entsprechenden Umsatz und anspruchsvolle und zahlungsfähige Gäste. Wird der Stern aberkannt sind es die Freunde, Stammgäste und Individualisten, die zu der zukünftigen Gästeklientel gehören. Kommt ein zweiter Stern dazu, ist das kommende Jahr gut zu kalkulieren und sichert ein gewisses Grundrauschen, so bezeichnet man einen kontinuierlichen Umsatz.

In Berlin haben es die Tester vom Guide Micheln wieder mal geschafft, zu überraschen. Als Favoriten für einen zweiten Stern standen Michael Hoffmann (Margaux), Michael Kempf (Facil) und Tim Raue (Restaurant Tim Raue) zur Debatte. Alle haben ihren einen Stern behalten. Tim Raue ist Hoffungsträger – das ist nach zu voll ziehen, das Restaurant ist noch nicht mal zwei Jahre alt. Aber ein zweiter Stern hätte den jungen selbständigen Gastronomen den Rücken gestärkt. Bei Michael Kempf ist es unersichtlich, aber der Mann ist jung und zäh, er wird es den Restaurantestern sicher noch zeigen, was in ihm steckt. Doch bei Michael Hoffmann ist das schon mehr als nur Ignoranz, das ist verächtliche Arroganz einem Spitzenmann gegenüber, der seit Jahren immer wieder neue kulinarisch unvergessliche Erlebnisse schafft, der mit seine Ideen immer wieder die gesamte Haute Cuisine Berlins nach vorne treibt. Wenn man nur einmal die Zwei-Sterne-Restaurants mit dem Margaux vergleicht – warum dann nur Hoffnungsträger? Gerade wenn auch beim Michelin die Prämisse von Regionalität zählt? Hoffmann ist Künstler, wenn es um die Verarbeitung regionaler Gemüse aus seinem Garten in Potsdam geht.

Es scheint aber bei den Michelin-Testern so zu sein, dass sie bei zwei Sternen doch wieder konservativer entscheiden als zum Beispiel bei einem Stern, der ins Horvath zu Sebastian Franke geht. Glückwunsch für Edith Berlinger und Dietmar Schweitzer. Damit hat sich für sie endlich ein Traum erfüllt. Also zwei Sterne bekommen nur Spitzenköche in den Gourmetrestaurants der Hotelerie? Christian Lohse im Fischers Fritz hat seine beiden behalten. Hendrik Otto hat den zweiten verdient erhalten, er hat sich entgegen aller Strömungen, um die heute als eher dekadent geltene französische Klassik gekümmert und parallel dazu seinen Kochstil weiter entwickelt. Aber was nun? Da bekommt dann Daniel Achilles vom Reinstoff einen zweiten Stern. Glückwunsch! Nur – ob er sich den wirklich gewünscht hat? Sicher hilft es dem jungen hotelunabhängigen Team den sperrigen, umbauten Standort prominent zu machen. Gerade wenn das neue Stadtviertel der Inneren Sicherheit bezogen wird, kann das von Vorteil sein.

Ansonsten bleibt alles beim Alten. Und für all diejenigen, die Jahr für Jahr das kulinarische Niveau bestens halten – einfach nur Danke für großartige Abende. Berlin kann sich glücklich schätzen. Die Hauptstadt hat insgesamt 13 Sterne, so viel wie keine andere Stadt der Bundesrepublik.

(emh)


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