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Ausstellung

In Action | Der Körper als Waffe und Material

       11. September 2012       

Zur Berlin Art Week ist ein Teil der Sammlung des Wiener Ehepaars Charim zu sehen. Österreichische Performance-Kunst treffen dabei auf Wiener Aktionismus.

 

Man sollte diese Ausstellung nicht auf die Hochkonjunktur der martialischen Aktionskünstler der 60er und 70er Jahre beschränken. Diese nimmt zwar einen großen Raum im Salon Dahlman ein – doch, wie Myriam Charim an einem privaten Eröffnungsabend betont, gibt es Exponate der gegenwärtigen Kunstbewegung, die den weiblichen Körper und gesellschaftlichen Repressionen und Konventionen aufgreifen.

Für diejenigen, die schon über ein paar Jahrzehnte in Berlin leben und an der Kunstszene interessiert sind, ist ein Teil der Ausstellung eine immer noch provokative Erinnerung an Otto Muehl und seine Berliner Zeit, sowie an die Aktionen der von ihm gegründeten hiesigen Kommune AAO. In Wien wie in Berlin, Muehl zelebrierte ähnlich einer religiösen Messe tierische Kadaver, Blut, phallische Symbolik und den menschlichen Körper zu einem exzessiven Spektakel. So sah sich auch die Kommune veranlasst – damals mit Sitz in der Bülowstraße– auch wirklich jedes Tabu zu brechen, was eine zeitlang die gewünschte Reaktionen der Gesellschaft, nämlich Ekel, Abscheu, Ablehnung und Verunsicherung hervor rief. Die ausgewählten Werke Muehls, die „In Action“ zeigt, bieten einen anschaulichen Eindruck.

In dieser Zeit agierte in Wien Valie Export. Sie machte sich als Medienkünstlerin den Feminismus zum Thema, ebenso radikal wie Muehl, doch nicht derart gewaltphantastisch und autoritär. So ist erst nach genauer Beobachtung ihrer Fotos der Zwiespalt oder auch die Zerrissenheit des weiblichen Selbstbewusstseins und des Körpers erkennbar. So zum Beispiel auf einem der großen Schwarz-Weiß-Porträts. Das Hauptaugenmerk – vielleicht für die weibliche Betrachterin - fällt erst einmal auf die Waffe in der Hand der Porträtierten, dann auf den sinnlichen Gesichtsausdruck sowie auf die üppige Haarpracht. Erst dann fällt auf, dass die junge Frau mit offener Hose auf dem Stuhl sitzt und ihre Vagina zur Schau stellt. Ein wenig subtiler das Foto eines Oberschenkels, auf dem ein Strumpfhalter tätowiert ist.

An einen der größten Berliner Performer und Aktionskünstler erinnern drei Arbeiten von Christoph Schlingensief. Unter dem Motto „Church of Fear“ sind drei Arbeiten ausgestellt, unter anderem die Kreuzigung Jesu, inszeniert mit kleinwüchsigen Menschen.

Doch die aktuellsten und eindringlichsten Arbeiten sind die von Milica Tomic. Sie setzt sich mit der kriegerischen Vergangenheit Ex-Jugoslawiens auseinander. Zum Beispiel beobachtet sie filmisch eine Frau, die mit einem Maschinengewehr in der einen, einer Einkaufstüte in der anderen Hand durch Belgrad spaziert. Kaum einer nimmt Notiz von ihr – weil es in der Vergangehit nichts Auffälliges war? Weil die Angst jedes Risiko scheut?

(emh)

Salon Dahlmann, Marburger Straße 3, Berlin-Charlottenburg, www.aprivateview.org, Opening 12. September ab 19 Uhr zur Berlin Art Week, bis 7. Oktober, Fr-So 11-18 Uhr


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