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Old Masters

Quartett | Dustin Hoffmans Regiedebüt

       27. November 2012       

Der berührende und unterhaltsame Film macht das Altsein zum salonfähigen Thema. Ein seltenes Vergnügen.

Alte Menschen sind senil, sie tragen alle beige Faltbügelhosen und haben die Bedeutung des Wortes „Sex“ vor lauter Tablettenschachteln und Bingokursen längst in die Tiefen ihres Gehirns verbannt. So in etwa beschreibt ein Großteil der Populärkultur Menschen über 65, wenn sie denn überhaupt vorkommen in den Produkten einer von ewiger Jugendlichkeit besessenen westlichen Gesellschaft, in der Botox-Parties längst an der Tagesordnung sind. Das Phänomen hat einen Namen: „Ageism“, die Marginalisierung alter Menschen auf allen Ebenen: Der freien Marktwirtschaft (keine Werbung für Rentner-Produkte, außer vielleicht für Haftcreme), der Politik (keine Alten über 40 einstellen), der kulturellen Repräsentation (Musik ist gleich Sexappeal).

Der deutsche Regisseur Andreas Dresen stellte vor einigen Jahren mit seinem Cannes-Liebling „Wolke 9“ diesen Diskurs erfolgreich in Frage. Nun hat Dustin Hoffman, mitunter bekannt für sein Portrait des naiven Schönlings, den die deutlich ältere Femme Fatale Mrs. Robinson in der „Reifeprüfung“ verführt, einen Hollywood Film gedreht, der spannend ist, berührt, und visuell überzeugt - und sich in einem Altersheim abspielt.

Bei „Quartett“ steht die Welt Kopf: Die Jungen werden hier zu Randfiguren, das viel interessantere Drama spielt sich unter den Insassen einer Seniorenresidenz für Musiker ab. Da kommt alles zusammen: Große Kunst, verlorene Leidenschaft, Neid, Verlangen und Eifersucht, denn vergangene Größen der Opernwelt stoßen aufeinander, um ihre vermeintlich verblasste Grandeur wieder aufleben zu lassen. Zum Beispiel Reggie (Tom Courtenay), Sissy (Pauline Collins) und Wilf (Billy Connolly), die früher Teil eines Quartetts waren und von der Ankunft des vierten Mitgliedes – der Diva Jean (Maggie Smith) im Altersheim ordentlich durcheinander gebracht werden.

Dabei werden die unausweichlichen körperlichen Einschränkungen, die das Alter mit sich bringt, nicht außer Acht gelassen – Sissy leidet unter Gedächtnisverlust, Sänger Wilf hat einen Schlaganfall hinter sich und die Grande Dame schämt sich davor, in ihrem Alter noch einmal auf die Bühne zu treten. Trotzdem werden die Figuren eben nicht auf ihre Körperlichkeit reduziert, sondern können das Facettenreichtum des Älterwerdens auf eine Weise zeigen, bei der das Auge öfter lacht als es weint.

Der Film verfolgt ein langsames Tempo, und das ist schön, denn es stützt die Grundaussage von Hoffmans Regiedebut: Wer alt ist, hat endlich die Zeit, um im Jetzt zu leben. Dass diese Einsicht durchaus für alle Altersgruppen interessant sein kann, davon zeugen die Standing Ovations, die der Film beim Toronto Filmfestival bereits einheimste. 

(glo)

Quartett, Kinostart 24.1.2013


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