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Old Masters

Ulrich Seidl | Vom Film zum Standbild

       21. Januar 2013       

Der Regisseur Ulrich Seidl hat zu seiner Film-Trilogie „Paradies“ eine Ausstellung im c/o Berlin kreiert – und dafür das Bewegtbild gegen Standbilder getauscht.

Was haben eine weiße Sextouristin, eine sich geißelnde Katholikin im Oma-Slip und ein übergewichtiger Teenager im Diätcamp gemeinsam? Sie alle sind Protagonistinnen in Ulrich Seidls filmischer Trilogie „Paradies“. Und nun auch Teil seiner Ausstellung im C/O Berlin, die Fotos aus den Filmen zeigt. „Meine Bilder sollen die ganze Welt in nur einem Motiv beschreiben“, so lautet das Ziel des österreichischen Regisseurs. Seine Motive sollen daher so realitätsnah wie nur möglich gestaltet werden, die gesellschaftlichen Schönheitsideale umkehren, die Medien-Wirklichkeit demaskieren.

In seinem Dreiteiler „Paradies“ ließ er sich von tatsächlichen Schicksalen inspirieren und arbeitete der Authentizität wegen mit Laien und Profischauspielern zusammen. Hart, radikal und schockierend sind die Thematiken: Teil eins „Liebe“ handelt von alternden Sugarmamas, die in Kenia auf Männersuche gehen und ungeniert ihre hängenden Brüste zur Schau stellen. Der folgende Film „Glaube“ zeigt radikalen Katholizismus, der so weit führt, dass sich die Hauptfigur mit einem Kruzifix vergnügt. Teil drei behandelt das Schicksal eines übergewichtigen Mädchens, welches sich in den Diät-Camp-Arzt verliebt. „Menschen, bei denen alles glatt ist, interessieren mich nicht.“, sagt der Künstler und führt fort: „Es geht nicht darum sie zu bewerten, sondern sie kennen zu lernen.“

Bei seiner Exposition geht Seidl einen ungewöhnlichen Schritt: Vom 16mm-Film zurück zum Foto. Die 60 großformatigen, perfekt durchkomponierten und hoch ästhetisierten Standbilder aus seinen drei neusten Kinowerken erinnern schon fast an gemalte Bildnisse. Doch haben die grobkörnigen Fotos auch an den Wänden des Postfuhramts eine Bedeutung? „Sie müssen für sich selbst sprechen können“, antwortet Seidl.

Für sich allein genommen klappt das wohl. In Zusamenhang mit seiner filmischen Trilogie stellt sich jedoch trotzdem die Frage, welchen Sinn die Ausstellung hat. Kennern der Filme kommt nicht nur einmal ein Déjà-Vu-Erlebnis, allen andern vermiesen sie jedoch auch die Laune. Die Vorfreude ist wie weggeblasen, da die Bilder wie eine Fotogeschichte den Inhalt vorweg nehmen. Vielleicht sollte man sich als für das eine oder das andere entscheiden.

(mf)

C/O Berlin, Postfuhramt, Oranienburger Straße 35/36, Berlin-Mitte, Tel +49 30 28 44 41 661, www.co-berlin.info


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