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Theater

Nah dran | Wir Kinder vom Bahnhof Zoo an der Schaubühne

       13. November 2013       

Regisseur Patrick Wengenroth bringt eine überraschende Inszenierung des berühmten Drogenromans auf die Bühne.

Drei Jahrzehnte und drei Millionen verkaufte Exemplare ist es her, dass die Journalisten Kai Hermann und Horst Rieck nach Gesprächsprotokollen der 16-jährigen Christiane Felscherinow „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ verfassten. Heute lockt die Prämisse von inszenierter Drogensucht und menschlichen Abgründen die Zuschauer in die Schaubühne am Lehniner Platz.

Regisseur Patrick Wengenroth liegt bereits vor Beginn des Stücks in einem Schaukasten auf der sonst leeren Bühne. Fast schon zu nah dran fühlt man sich in der intimen Nebenspielstätte des Hauses, als der Eingangsmonolog von Ulrich Hoppe gesprochen wird. Hoppe spielt wie Jule Böwe, Lea Draeger und Franz Hartwig mal Christiane selbst, mal einen aus ihrer Clique und mal einen scheinbar empathischen Vertreter der Medien. Das Konzept hinter der Rollenverteilung: Das Schicksal sucht sich willkürlich seine Opfer und Täter. Wengenroth beginnt, begleitet von Pianist und Keyboarder Matze Kloppe, einen der zahlreichen Udo Lindenberg Songs zu singen, welche das Stück wie ein halbironischer roter Faden durchziehen werden. Sein Gesang klingt unerwartet, unterhaltsam und lässig ohne dabei in Clownerie zu verfallen. Und das gilt nicht nur für den Gesang sondern auch das Spiel des gesamten Ensembles. Das Portraitieren des Jugendalters ist üblicherweise die Disziplin mit der höchsten Fremdschamquote im Theater. Doch hier wird unaufgeregt gespielt, wird die blinde Hoffnung hormongetränkter Gedanken ernst genommen. Dadurch fühlt sich Christianes Leben echt an, wie ein Wechselbad der Gefühle auf Knopfdruck.

Auch der Aufbau des Stücks überrascht, die Handlung wird unterbrochen und durch neue Ebenen erweitert. So befinden wir uns urplötzlich in einer Talkshow, trocken moderiert von Wengenroth in einem David Bowie Kostüm. Warum ausgerechnet Christiane überlebt habe, will er wissen. Woraufhin sie nach wiederholter Fragestellung genervt antwortet, dass sie vielleicht einfach nicht so viele Drogen genommen habe, wie immer alle behaupteten. An anderen Stellen der Inszenierung wird auch mal mit höhnischem Unterton im pädagogischen Begleitbuch zum Roman gelesen und sich über die geheuchelt klingende Motivation der Sprecher des Hörbuchs lustig gemacht. Doch trotz all der Unterbrechungen gelingt es am Ende, die Jugend Christianes fast liebevoll, angemessen laut und vor allem sehenswert zu erzählen.

(hl)

Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, Berlin-Charlottenburg, Termine unter www.schaubuehne.de


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