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Haus der Kulturen der Welt

Festival | Böse Musik

       25. Oktober 2013       

Vier Tage lang Konzerte, Performances, Installationen, Filme, Gespräche, Gameshows.

„Nutte, Nutte, Nutte, Nutte...“ war einer der Songtexte, die Robert Stadlober am Donnerstag bei der Eröffnungsveranstaltung zum Festival „Böse Musik“ im HKW vorlesend performt hat. Eine 90minütige Provokation, die schon nach 10 Minuten ausgelutscht war. „Pure Hate“ hieß die Performance und zeigte Musik als Medium für Hass, Gewalt, Ideologie – das, was man das Böse nennen kann. Um das „Böse“ der Musik in seinen verschiedenen Nuancen geht es in den vier Festival-Tagen im HKW. Es ist das zweite Festival im Rahmen des Anthropozän-Projekts.

Anthropozän ist der Name für die aktuelle geologische Epoche, ein eigentlich naturwissenschaftliches Konzept, das der verändernden Einwirkung des Menschen auf die Erde Rechnung trägt. Wenn der Mensch das Natürliche verändert, gibt es also das Natürliche in diesem Sinne nicht mehr. Das interessiert das HKW. Mit künstlerischen und wissenschaftlichen Herangehensweisen soll über zwei Jahre in Projekten verschiedener Couleur dem sich neu-definierenden Unterschied zwischen Natürlichem und Kulturellem nachgeforscht werden. Ein Thema ist Musik. Um das unter das Anthropozän-Dach zu quetschen, könnte man argumentieren, ist sie ein Beispiel für Kultur, die in der Natur des Menschen liegt.

Nach dem ersten Festival „Unmenschliche Musik“, das vom Zufall, Maschinen oder Tieren generierte Musik vorstellte, um sich von der anderen Seite dem typisch Menschlichen in der Musik zu nähern, geht es jetzt um „Böse Musik“. Das kann Verschiedenes heißen: Musik kann Medium des Bösen sein, wie bei Nazi-Rock oder Ganster-Rap. Sie kann Abgrenzungswerkzeug für Pubertierende sein. Oder: Coming-of-ager, die „mutwillig etwas lieben, das andere nicht lieben“ (Heavy Metal, Punk, Trance), wie Dietmar Dath es in seiner Eröffnungsrede formulierte.

„Böse Musik“ hat aber noch mehr Nuancen, die in einer Ausstellung thematisiert werden. Zum Beispiel begrüßen den Besucher ultraweit-reichende Richtmikrophone am Haupteingang mit Alarmsirenen, eine sogenannte nicht-lethale Waffe zur psychologischen Kriegsführung, entwickelt vom US-Militär. Flachbildschirme an der Garderobe zeigen aneinander geschnittene Filmsequenzen mit musikalischen Themen des Bösen, Wiedererkennungskalauer im Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod-Stil, auf deren „böse“ Bedeutung wir konditioniert sind. In kleinen Räumen sind Zellen nachgestellt, in denen mit Rockmusik gefoltert wurde. Die Playlists hängen an der Wand: von Jimi Hendrix über Joan Jett, Bee Gees, Prince bis zu Eminem. Das ist keine unmelodiöse Musik, die durch ihre Lautstärke oder Härte quält, sondern sie wird zur Folter in der Enge der Zellen, durch die zwanghaft produzierten Gefühle und ihren ewigen gleichen Rhythmen.

Bis Sonntag folgen noch mehr Konzerte, Filme, Performances,Vorträge zu immer wieder anderen Nuancen des Themas. Unter Anderem spielt das Bundespolizeiorchester Berlin am Samstag Abend Märsche. (jor)

Böse Musik – Oden an Gewalt, Tod und Teufel, 24. - 27.10.2013, Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Mitte, Abendkonzerte/-performances 10/8 €, Festivalpass 30 €, http://www.hkw.de/de/programm

 

 


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