28.11.2014

Bis 30.12. findet täglich ab 13 Uhr

im „Bergmannhof“ zum ersten Mal

der Kreuzberger Wintermarkt statt.

Bei freiem Eintritt gibt es kulinarische

und kunstgewerbliche Erzeugnisse.

29.11.2014

In der Kochbuch-Abteilung bei

Dussmann werden von 14 bis 19 Uhr

weihnachtliche Rezepte präsentiert.

Es gibt Tipps zur Zubereitung der

Gerichte und kleine Kostproben.

28.11.2014

Künstliche Wesen

Lifelike Figures | Zweite Haut

       21. Februar 2012       

Lisa Büscher fertigt hyperrealistische Figuren aus Silikon an.

Mitten im Atelier steht, über zwei Meter groß, Bigfoot. Wenn auch noch kopflos. „Damit fange ich demnächst an“, erklärt Lisa Büscher, „bis zum Herbst soll er fertig sein“. Die Figur ist für ein Museum bestimmt, wie viele ihrer Arbeiten. Fast fertig sind die Füße, inklusive Details wie Schmutz unter den Nägeln oder Pigmentflecken. Nur ein paar einzelne Haare fehlen noch. Am Boden neben dem zotteligen Fabelwesen steht ein Körbchen mit bunten Plastiklockenwicklern. Wofür braucht Bigfoot die? „Ich habe für den Körper ein spezielles, hochwertiges Kunstfell aus den USA verwendet“, erklärt Lisa Büscher, „trotzdem sieht das zunächst an der Figur aus wie eine unfrisierte Perücke oder als hätte man einfach einen Teppich aufgeklebt. Ich habe also das Fell auf Lockenwickler gedreht und mit Dampf besprüht, um ihm mehr Struktur zu geben, an einigen Stellen wurde es außerdem ausgedünnt oder etwas verfilzt, um es realistisch aussehen zu lassen.“

Die gelernte Maskenbildnerin und Designerin ist spezialisiert auf lebensechte Figuren aus Silikon. Das Material wird seit etwa zehn Jahren auch beim Film für viele Prosthetics, also maskenbildnerische Effekte, eingesetzt und kann menschlicher Haut sehr nahe kommen, ohne wächsern zu wirken. „Ich arbeite aber mittlerweile fast lieber an den Figuren als an echten Menschen, die sind nämlich manchmal sehr anstrengend“, lacht Lisa Büscher. Neben Fabelwesen wie Bigfoot hat sie zum Beispiel Nachbildungen von Steinzeit-Menschen für Museen in Braunschweig und Münster gefertigt, oder für eine Bionik-Ausstellung einen Frauenkörper mit Prothesen.

Irgendwo zwischen Kunst und Handwerk sieht sie ihre Arbeit angesiedelt. Neben den Figuren für ihre Auftraggeber hat sie auch einige für eine eigene Ausstellung gemacht. Neben ihren Zeichnungen und Druckgraphiken waren dort dann unter anderem eine Nachbildung der Venus von Boticelli zu sehen, und ein Selbstbildnis in Silikon. Ist soviel Lebensechtheit nicht manchmal auch ein bisschen unheimlich? „Oh doch, gerade mit dem Selbstportrait hatte ich mal einen creepy Moment. Generell ist es immer merkwürdig, sobald ich einer Figur die Augen eingesetzt habe. Das ist immer ein kurzer Schreckmoment, wenn man ins Atelier kommt und angeschaut wird.“ (lmb)

Lifelike, Prinzenstraße 85 B, Berlin-Kreuzberg, www.lifelike-figures.com


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