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Interview

Anne Bretschneider | „Man muss schon sehr selbstbewusst sein, um eine Bauchtasche vor sich her tragen zu können."

       08. November 2013       

Die junge Designerin Anne Bretschneider hat ihr Modelabel ELLE VA ausschließlich der Neuentdeckung eines einst verpönten Accessoires gewidmet: Der Bauchtasche. Im Interview spricht sie über ihren Weg zum eigenen Label, Schwierigkeiten bei der Vermarktung und die Modesünden der 80er Jahre.

Liebe Anne, wie hast du die Bauchtasche im wahrsten Sinne des Wortes zur Hip-Bag uminterpretiert?

Es war der Wunsch, etwas Ungeliebtes wieder liebenswert zu machen. Und die Sehnsucht nach barrierefreiem Fahrradfahren: auf einem schnellen Streetbike braucht man Bewegungsfreiheit und nichts weiter als einen Schlüssel und das Geld zu transportieren.

Bereits 2009 verkündeten Berliner Stadtmagazine mit der Kollektion des Friedrichshainer Labels „Gingers Boat“ das Comeback der Bauchtasche. Warum denkst du, hat sich im Straßenbild seitdem nur wenig getan?

Bauchtaschen sind nach wie vor sehr umstritten. Dazu kommt, dass sie nicht jeder tragen kann. Man muss schon sehr selbstbewusst sein, um eine Bauchtasche clever kombiniert vor sich her tragen zu können.

Der Trend geht zu mehr Platz in größeren Taschen. Was hast du in deine Taschen schon alles reinbekommen?

Eine Packung Zigaretten, ein Fotoapparat und dann hat sogar noch ein kleines Magazin darin Platz gehabt. Da passt schon eine Menge rein. Zusätzlich gibt es ein Nebenfach für Visitenkarten.

Auf deiner Facebookseite beschreibst du deine Taschen als handgemacht und maßgeschneidert. Wie weit kann der Kundenwunsch vom Ursprungsmodell abweichen?

Man kann sich ein spezielles Innenfutter oder eine zweite Tasche in der Tasche wünschen. Alles ist möglich, solange der Look des Modells grundsätzlich erhalten bleibt. Einmal durfte ich bereits eine Miniaturversion auf Kinderwunsch anfertigen. Damit wurde dann stilecht Ritter gespielt.

Als Inbegriff des schlechten Geschmacks aus den 80'ern setzt du mit dem Jeanslook deiner Taschen voll auf den Stil der Zeit. Was fasziniert dich an dieser Ära?

Mich fasziniert vor allem die Geschmacklosigkeit. Ich liebe auch Schulterpolster und Schnurrbärte. (lacht) Außerdem mag ich die Idee, aus seiner mittlerweile untragbaren Lieblingsjeans eine Tasche machen zu können.

Und wie hast du in den 80ern ausgesehen?

Kleiner. (lacht) Ich trug Zöpfe die aus einem Kopftuch wuchsen, ein Pulloverkleid mit Katzenmotiv, wilden Leggins in pink mit einer gepunkteten und einer gestreiften Seite, abgerundet von einem Gummigürtel mit einer Schmetterlingsschnalle.

Was war dein erstes selbstgenähtes Kleidungsstück?

Eine Tasche. Alles fing mit meinem dritten Geburtstag an. Meine Oma schenkte mir eine selbstgestrickte Tasche, die ich nicht mehr weglegen konnte und ihr den Namen „Beuti“ gab. Dann suchte ich mir Stoff zusammen und nähte selber drauf los. Mittlerweile ist das mit Schnittmusterwissen und Nähmaschine natürlich ein bisschen professioneller.

Dein Kindheitstraum war es also, Designerin zu werden?

Ich wollte Ärztin werden, Chirurgin. Aber das hat ja auch einiges mit Schnittmustern zu tun. (lacht)

Wie weit bist du davon entfernt über deinen Freundes- und Bekanntenkreis hinaus zu verkaufen?

Immer wieder einen Schritt in die Tür eines Concept Stores. Ich stelle zwar alles selber her und kann als gelernte Grafikerin auch sämtliche Designaufgaben übernehmen, aber ich bin kein Kommunikator. Einfach rauszugehen, um mich und mein Produkt zu bewerben – diese Aufgabe ist für mich schlichtweg unmöglich zu bewältigen. Ich habe diesen Schritt oft probiert und bin immer wieder daran gescheitert.

Du bist immer wieder am Schritt in den Concept Store gescheitert?

Ich bin wirklich vor der Türschwelle stehengeblieben. Mein Herz fing wild an zu pochen, mein Kopf wurde rot. Dann bin ich dreimal die Treppe hoch und wieder runter. Irgendwann habe ich es dann einfach gemacht. Körperlich war ich erledigt von dieser Herausforderung. Für mich fühlte es sich nicht richtig an und so kam nichts zu Stande.

Wärst du offen, im Falle dass jemand dieses Interview liest mit jemandem zusammen den Schritt zu gehen?

Das wäre ein Traum! (lacht)

(Interview & Fotos: Heinrich Lipner)

www.elleva.de


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