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Interview

Carlos Nilgen und Martin Fleck | „Das Paradies ist vor deiner Haustür, aber du musst es sehen.“

       22. Oktober 2013       

„Was willst du heute zum ersten Mal machen?“ Mit dieser Frage wird man als Nutzer des erlebnisorientierten sozialen Netzwerks „Firsty.net“ begrüßt. Von kleinen Herausforderungen wie „Drei Wörter in Gebärdensprache lernen“ bis zu großen Abenteuern wie „Jogge vom Westkreuz bis zum Ostkreuz“ verknüpft die Plattform Alltagssituationen neu und ermöglicht bisher unbekannten Menschen sich über ihre Neugier kennenzulernen. Im Interview sprechen die Gründer Martin Fleck und Carlos Nilgen über neue Entdeckungen vor der eigenen Haustür, Finnazierungsmodelle von websites und Zukunfts-Pläne für ihr Start-Up.

Was ist ein Firsty?

Nilgen: Ein Firsty ist die Antwort auf die Frage „Was willst du heute zum ersten Mal in deinem Leben machen?“ Wenn du dann diese Antwort in die Tat umsetzt, ist das ein Firsty. Auf der anderen Seite bezeichnen wir Firstys als kleine Herausforderungen im Alltag. Vielleicht nimmst du heute einfach mal einen anderen Weg nach Hause. Oder du vollbringst eine gute Tat. Hinterlässt Fremden nette Nachrichten auf der Autoscheibe oder räumst Heruntergefallenes im Supermarkt wieder in die Regale. Es können aber auch größere Abenteuer sein. Wie zum Beispiel unser Marathon vom Westkreuz bis zum Ostkreuz.

Fleck: Du loggst dich einfach auf Firsty.net mit deinem Facebookprofil ein und lässt dich erst mal von unseren „Alltags-Hotspots“ inspirieren. Das sind kleine Aktionen im Alltag, die nicht länger als fünf Minuten dauern. „Das erste Mal einem Hund ein Leckerli geben“ zum Beispiel. Du kaufst das Leckerli, läufst durch die Straßen, suchst an jeder Ecke den Hund zum Leckerli und freust dich dann richtig, wenn es gefuttert wird. Es ist eigentlich so simpel, wie man sein Leben bereichern kann, wenn man Alltagssituationen neu verknüpft.

Und welcher Firsty war der Erste aller Zeiten?

Fleck: Der erste Firsty war genau hier. Wir haben gemeinsam das Tempelhofer Feld entdeckt. Man wohnt hier in Berlin, ist schon oft mit der S-Bahn oder mit dem Fahrrad vorbeigefahren, war aber noch nie hier. Dann genießt du diese Stille und diesen Weitblick und fühlst dich gar nicht mehr wie in Berlin. Das Paradies ist vor deiner Haustür, aber du musst es sehen.

Vor dem ersten Firsty musste euer Startup konzeptioniert, programmiert und gegründet werden. Wie ist diese Idee überhaupt entstanden?

Fleck: Vor Firsty hatte ich mit Freunden die Firma „Public Playing“ gegründet. Die Idee war, dass du mit deinem Handy auf öffentlichen Großbildschirmen zocken kannst, während du zum Beispiel auf die Bahn wartest. Wir hatten die Firma mehr als 5 Jahre lang, uns dann nicht mehr einigen können, das weiter zu machen. Woraufhin ich mir die nächsten drei Monate die Frage gestellt habe, was ich hier auf diesem Planeten erreichen möchte?. Was mich letztlich zur Fragestellung „Was willst du zum ersten Mal machen?“ geführt hat. Dann habe ich angefangen Bekannten und Freunden genau diese Frage zu stellen. Es stellte sich heraus, dass es deckungsgleiche Interessen bei Menschen gab, die sich bisher nicht kennengelernt hatten. Diese Menschen könnten also etwas Gemeinsames erleben und sich dabei kennenlernen.

Carlos, wie war dein Weg zu Firsty und was trägt dein kaufmännischer Hintergrund dazu bei, die Plattform zu monetarisieren?

Nilgen: Während meines Studiums in Aachen war ich bereits an der Gründung mehrerer Startups beteiligt. Ich wollte nicht irgendwann mit fünfzig dastehen und bereuen, diese Chancen nicht ergriffen zu haben. Angelockt von der Atmosphäre und der Startupszene Berlins bin ich im letzten Jahr zugezogen. Der dritte im Firstybunde, Marcel Matzke, machte mich auf Martin Fleck aufmerksam. Wir haben dann versucht die Idee an einem „business model canvas“ (einer bestimmten Art von Businessplan) aufzuzeichnen und einem Investor vorzulegen. Mittlerweile sind wir uns nicht mehr sicher, ob wir überhaupt einen Investor haben wollen. Vielmehr überzeugt mich die Idee, dass im Grundkonzept viele Einnahmemöglichkeiten stecken.

Welche Einnahmemöglichkeiten kann eine soziale Plattform überhaupt bieten?

Nilgen: Wir haben eine Liste von potenziellen Businessfällen entwickelt. Das heißt, es kann über klassische Interneteinnahmequellen wie Werbung passieren. Auch Empfehlungsmarketing à la Groupon wäre eine Möglichkeit. Aktivitäten mit unseren Communitymitgliedern selbst könnten auch gewinnbringend sein, wenn man bestimmte Events kostenpflichtig veranstaltet oder eine Firstyflatrate anbietet. Langsam müssen wir eben darüber nachdenken, wie wir nebenbei Geld verdienen, solange wir mit Firsty noch keins verdienen.

Fleck: Wir probieren gerade munter viele Dinge aus. Beim letzten Großevent ließen wir eine Spendenbox rumgehen, die am Ende recht gut gefüllt war. Jedoch ist ein finanzieller Erfolg ganz klar nicht das Ziel unserer Plattform. Ich habe so viele Dinge über Firsty erlebt und Leute kennengelernt. Ich habe Erfahrungen gemacht, die mein Leben langfristig bereichert haben. Die ganze Arbeit hat sich schon gelohnt und alles was jetzt noch kommen sollte ist lediglich ein willkommener Nebeneffekt.

Nilgen: Wir erkunden eine neue Sicht auf das Leben. Gemeinsam neue Eindrücke gewinnen, ohne gefragt zu werden, Leuten zu helfen, macht dich einfach glücklicher. Es ist wichtig das zu verstehen. Weil wir in einer Gesellschaft leben die auf Eigennutzoptimierung basiert. Dabei wäre es doch eigentlich viel schöner, wenn wir uns im Solidaritätsprinzip wiederfinden würden.  

(Interview: Heinrich Lipner, Fotos: Jana Schwerdfeger)

 

www.firsty.net


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