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Spielfilmdebut

Kevin Schmutzler | „Irgendwann wird’s so eng, dass es nicht mehr vorwärts geht"

       18. Oktober 2013       

Mit seinem Kurzfilmdebut „Letztes Licht“ gewann der ambitionierte Ingolstädter Filmstudent 2011 den Berliner Wettbewerb RedBull 12 to 12. Er zeigte eine depressive Personifizierung des Sandmanns, welcher selbst niemals schläft. Launisch und übermüdet begibt dieser sich auf die Suche nach Gesprächen. Doch auf wen er auch trifft, alle schlafen einfach ein. Kevin Schmutzler kritisiert die Monotonie des Alltags. Zwei Jahre später lässt ihn das Thema immer noch nicht los: In seinem Spielfilmdebut „AWAY“ lässt er den Protagonisten nun aus dem Alltag ausbrechen. Mit einem Flug nach Indien, um endlich etwas zu bewirken.

Der Protagonist von „AWAY“ sagt in den ersten Minuten des Films „Ich habe einfach keinen Bock mehr auf Alltag“. Wann war bei dir der Punkt gekommen?

Studieren - jeden Tag stehst du auf, duscht dich, frühstückst, gehst in die Uni, hast die Vorlesungen, kommst nach Hause, kochst dir was zu Essen und gehst auf ein Bier und dann ins Bett. Bildlich gesprochen, du gehst in einem Korridor. Der Korridor ist so breit wie deine Schultern, nur du wächst mit der Zeit. Und irgendwann wird’s so eng, dass es nicht mehr vorwärts geht.

Und doch studierst du eigentlich, was dir Spaß macht.

Trotzdem ist es immer dieses Studentensetting. Wir haben uns gedacht „lasst uns doch einfach mal was anderes machen, vielleicht Indien“. Und das ist auch genau die Story des Protagonisten, den mein Bruder Toby, gespielt hat. Dieser Charakter wurde von uns beiden entwickelt, das hat natürlich die Arbeit am Set dann extrem erleichtert.

Dein Film wurde finanziert. Du tourst durch die Deutschen Kinos. Siehst du dich jetzt noch als Student oder bereits als vollwertiger Filmemacher?

Das Eine schließt das Andere nicht aus. Wenn du so willst, bin ich Nebenherstudent und Vollzeitfilmemacher. Ich denke, theoretische Grundlagen sind wichtig. In meinem Kopf ist nämlich immer alles schon in fertigen Bildern. Ich bin der Künstleridiot, der sich nichts merken kann und ein bisschen verwirrt ist. Sich bewusst mit dem Handwerkszeug auseinanderzusetzen sorgt dafür, dass der Horizont weit bleibt.

Ist „AWAY“ neues Deutsches Kino?

Eine schwere Frage. Das weiß man doch immer erst später, oder? (lacht) Viele deutsche Regisseure distanzieren sich zur Zeit immer mehr vom Image des Indiefilms. Sie wollen klares, auf das Publikum zugeschnittenes Kino – was trotzdem eine Message hat. Wir sind auf dem guten Weg in ein paar Jahren diesen Trend wirklich festzusetzen.

Wohin führt diese neue, vom Indiefilm distanzierte Richtung?

Der klassische Indiefilm hat das Problem, dass ihn keiner sieht. Ich kenne bombastische Filme von Irakischen Regisseuren mit Deutscher Verwurzelung, die dann auf dem Festival für Menschenrechte in Nürnberg laufen und da sitzen zehn Leute drin. Natürlich liebe ich diese Filme, aber Geschichten sind da, um gehört zu werden.

Dein Film spielt zum Großteil in Indien. Was hat dir die Arbeit dort beigebracht?

Leistungsgrenzen: Man lernt dort Zustände auszuhalten, in denen man hier zusammengebrochen wäre. Ich hatte so'n richtig hässliches Wechselfieber. Dich knüppelt es mit 43°C Fieber nieder. Aber du bist hier, um einen Film zu drehen. Selbst unter diesen Bedingungen 35°C Mindesttemperatur, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, einmal am Tag öffnet der Himmel für unbestimmte Zeit seine Schleusen, dem Kameramann geht’s dreckig und dein Bruder hat 'ne Hand wie ein aufgeblasener Kaugummi – und trotzdem drehst du.

Du bist zurückgekommen mit einem neuen Verständnis für dein Leben?

 

Ja, ich bin deutlich kommunikativer. Früher habe ich nur geredet, wenn es unbedingt sein muss. Ich bin umgänglicher geworden mit dem Leben, mit allem. Wenn ich den Bus verpasse, verpasse ich ihn eben. Man sieht die Dinge in einem anderen Kontext. Wenn du dieses Interview direkt nach Rückflug mit mir geführt hättest, wäre da noch dieser jammernde Unterton gewesen. Aber mit ein bisschen Abstand wäre jeder aus der Crew für Teil 2 sofort wieder am Start.

 

 

(interview: Heinrich Lipner; fotos: Dominique Schneider)

 

 

Der Film „AWAY“ tourt noch bis Ende des Jahres durch Deutschland, www.away-film.com

 


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