23.09.2014

Land in Sicht erzählt die Geschichte

der Flüchtlinge Abdul, Brian und Farid.

Anstelle von Betroffenheit rückt der Film

die unfreiwillige Komik in den Blick.

Um 19 Uhr am S-Bhf. Bellevue. Eintritt frei.

23.09.2014

Daniel Glattauer stellt um 19 Uhr

auf der KulturBühne bei Dussmann

im Gespräch mit Sandra Kegel,

Literatur-Redakteurin bei der FAZ,

seinen neuen Roman „Geschenkt“ vor.

22.09.2014
Melissa Perales, Torstraßenfestival

Musik

Melissa Perales | „Mitte ist für mich die Torstraße”

       29. August 2012       

Diesen Samstag findet zum zweiten Mal das Torstraßenfestival statt – diesmal in insgesamt acht Locations, in denen internationale Bands diverser Stilrichtungen spielen. Eine der Organisatorinnen des Festivals ist Melissa Perales. Hier noch einmal das Interview mit der Bookerin, mit der wir im vergangenen Jahr über das Lineup, Chaos bei der Planung und ihre Liebe zur Torstraße sprachen.  

Ihr seid zu dritt im Organisationsteam? 

Ja, wir sind zu dritt. Andreas Gebhard und Andrea Goetzke von der Firma New Thinking und ich. Wir haben uns bei der a2n kennen gelernt, einer Plattform für die Kultur- und Medienszene in Berlin.

Woher kam die Idee für das Festival?

Andreas Gebhard von New Thinking hatte die Idee in London bei Camden Crawl. Das ist eine Mischung aus Pub Crawl und Musikfestival. Läden, die tagsüber normalerweise geschlossen sind, öffnen ihre Türen am Tag für Bands. So etwas soll das Torstraßenfestival auch werden.

Welche Musik wird zu hören sein?

Insgesamt wird es viel Singer-Songwriter-Musik geben, bzw. elektronische Musik mit Singer-Songwriter-Elementen. Wir würden natürlich alles von Electronic über Indie-Alternative bis Singer-Songwriter und Folktronica anbieten.  Es wird aber keine Metal Bands oder so geben, aber vielleicht das nächste Mal, wer weiß. Wir sind offen für alles, was gut ist. Einige Bands haben Andrea und ich selbst gebookt. Andere kamen über Freunde und Bekannte. David Strauss, Musikredakteur vom Ex Berliner macht beispielsweise ein Programm im Kaffe Burger. Es sind viele kleine Bands, aber auch etwas bekanntere. Wir hatten ja nur zwei Monate für die Organisation.

Zwei Monate?

Ja, Wahnsinn, dass es alles geklappt hat. Wir haben mit der Organisation ja auch noch ausgerechnet in der Urlaubszeit angefangen. Normale Festivals planen ein halbes Jahr bis mindestens drei Monate im Voraus. Klar wären mit mehr Zeit vielleicht etwas größere Namen dabei gewesen. Aber das ist eigentlich gar nicht unser Ziel. Wir wollen nicht in Konkurrenz treten mit der Berlin Music Week oder dem Berlin Festival, sondern es etwas underground halten.

Das Festival findet tagsüber statt und endet um 21 Uhr. Warum nicht länger?

Die meisten Läden haben direkt danach ein eigenes Abendprogramm, das war schon für Monate gebucht.

Wie viel kostet das Festival?

Das Bändchen für die Konzerte kostet zehn Euro. Wirklich nicht viel für 41 Bands und zehn Locations. Daneben gibt es zwei Bühnen, die frei zugänglich sind, im St.Oberholz und Mein Haus am See, die haben ihr Programm auch selbst gestaltet. Ich glaube, was viele Leute am Anfang ein wenig verwirrt hat ist, dass das Torstraßenfestival klingt wie ein Straßenfest. Die Torstraße wird aber nicht gesperrt, die Konzerte finden in den Locations statt. 

Passiert neben den Bands noch etwas?

Einige Geschäfte, Bars, Galerien oder Imbisse an der Torstraße machen auch mit und organisieren etwas. Dieser Teil des Festivals ist ebenfalls frei zugänglich. Die Leute können zwischen den Auftritten auf einen Drink in eine Bar gehen oder sich Mode ansehen. Wir wollen, dass die Nachbarschaft in Bewegung kommt, das ein Straßengefühl entsteht.

Welche Erwartungen habt ihr für den Samstag.

Wir sind total unerfahren und machen es das erste Mal und so gut wir können. Wir sind sicher, es wird sehr viel Arbeit an dem Tag. Wir hoffen dass das Event den Läden viele neue Besucher bringt, vielleicht auch aus anderen Bezirken. Wir wissen nicht, wie viele am Festival teilnehmen, da viele wahrscheinlich erst am Samstag ein Ticket in einer der Locations kaufen. Wir haben keine Werbung gemacht, doch auf Facebook haben über 4500 Personen der Veranstaltung zugesagt. So viele werden bestimmt nicht kommen, die könnten wir auch nicht unterbringen. Meine Hoffnung ist, zwischen 500 und 900 Personen kommen. Für das erste Festival wäre das super.

Nächste Woche beginnt die Musik Week. Warum habt ihr das Torstraßenfestival nicht in diese Woche gelegt?

Das wäre zu viel geworden. Wir wollten keine Konkurrenz sein.

Welche persönliche Verbindung habt ihr zur Torstraße?

Wir haben alle eine Liebe für die Straße, auch wenn es nicht die Schönste ist. Ich wohne seit 1995 in Mitte, seit 1999 in der Torstraße, lange Zeit direkt über dem Schokoladen. Mitte ist für mich die Torstraße. Es ist der Ort, wo ich einkaufe, arbeite und eigentlich alles mache. Mein Bermudadreieck. Und nicht nur für mich, sondern für uns alle drei. Deswegen haben machen wir das Festival auch hier, in den Läden, in denen wir uns auch selbst bewegen.

Kreuzberg und Neukölln wird ja im Moment sehr gehypt.

Ich muss sagen, ich verlasse meinen Kiez nicht so oft. Dieses Jahr ich zwar ziemlich oft in Kreuzberg, aber es gab Zeiten, da war ich vielleicht zwei Mal im Jahr da. Verrückt, aber ich komme nicht so oft weg. Ja im Moment denken viele in Mitte passiert nichts, zumindest keine coole Sachen. Viele denken hier laufen nur Touristen rum. Aber das stimmt nicht.

Was hat sich verändert?

Neben der Brunnen- und der Invalidenstraße gehörte die Torstraße zu den Straßen in Mitte, die immer schwierig waren. Es gab nicht viel Laufkundschaft und ich habe mich oft gefragt ob hier jemals etwas passieren wird. Heute ist es eine total andere Straße. Vielleicht sind es jetzt tatsächlich mehr Touristen, aber es gibt auch viel mehr Interessantes zu entdecken. Viele neue Geschäfte beispielweise, die ich bei der Organisation auch erst kennen gelernt habe. Und dann die Gastronomie. Früher war die Torstraße zum Essen gehen überhaupt keine Adresse. Jetzt gibt es immer mehr neue Bars und Restaurants.

Mir ist aufgefallen, dass es viele alteingesessene Läden sind, die am Festvial teilnehmen.

Weil sie alle ihre Geschichte mit der Torstraße haben. Der Schokoladen könnte nicht existieren, wenn er nicht so dicht an der Torstraße liegt. Er wird in diesem Jahr 21 Jahre alt, die Z-Bar wird am Samstag 18 Jahre. Der Club der Polnische Versager feiert bereits seinen 10. Geburtstag. Die Läden brauchen die Torstraße als Verbindung.

Wird es nächstes Jahr ein weiteres Torstraßenfestival geben?

Erst einmal ist es eine einmalige Sache. Aber wenn dieses Experiment gut geht, warum nicht?

Das Organisationsteam: Andreas Gebhard, Andrea Goetzke und Melissa Perales.

Samstag, 3.September 12-21 Uhr. Programm, Teilnehmer und Lineup unter: www.torstrassenfestival.de

(Interview: abi)


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