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Skaten

Stadt auf Rollen | Hotspot für Skater

       24. Juli 2013       

Berlin ist ein Hotspot für Skater. Street- und Freestyle, Windskaten, Downhill oder Dancing – nie war die Szene so breit aufgestellt und nie so international wie heute.

Kalter, glatter Beton. Märkisches Viertel. Gropiusstadt. Karl-Johan Richters Augen leuchten, wenn er von den Spots erzählt, die er früher befahren hat. „Kalle“ Richter ist das, was man einen Skateboard-Veteranen nennt. Er war Freestyler der frühen Stunde und in den 1980er und 90er Jahren einer der ersten deutschen professionellen Skater. Aufgewachsen ist er im Märkischen Viertel. „Das Märkische Viertel, die Gropiusstadt und die Neue Nationalgalerie sind bis heute im Grunde nichts weiter als riesige Spielplätze für Skater“, sagt er. Alles ist asphaltiert und es gibt reichlich natürliche Obstacles, Schrägen und Granit-Sitzbänke für Tricks.

Inzwischen gibt es dazu viele offizielle Skaterparks, etwa die Skatehalle im Friedrichshain. Und natürlich den größten Skatepark von allen – das Tempelhofer Feld. Dort sieht man „Kalle“ Richter häufig mit einem großen Surfsegel, das er auf sein Longboard gepfropft hat. Ein Bandscheibenvorfall zwang ihn vor ein paar Jahren, kürzer zu treten. Windskaten ermöglicht es ihm nun, seine Leidenschaft in adäquater Form weiterzuführen. „Das Grundsätzliche, wie bei allen Windsportarten, ist beim Windskaten die gleitende Bewegung. Man ist immer im Fluss. Wind­skaten hat nichts Statisches. Man merkt direkt, wenn der Wind kommt, es mal härter zur Sache geht und man Geschwindigkeit aufnimmt: Es ist dein Körper, deine Kraft, die dich dazu bringen, schneller zu werden. Das ist das Unmittelbare und Faszinierende an diesem Sport.“

Esther Suave/HiPi

Die Faszination der Geschwindigkeit ist auch bei Sami Harithi ein Faktor, der ihn immer wieder antreibt. An den in den letzten Jahren zunehmend beliebter gewordenen Longboards ist er eher weniger interessiert, stattdessen reizen ihn akrobatische Herausforderungen. „Ich muss springen und flippen. Anders geht’s nicht.“ Der 35-jährige Streetskater zählt noch immer zu den Großen der Szene. Sein Name ist Synonym für Schnelligkeit und ein technisch hohes Niveau. In den 90er Jahren tourte er mit Stars wie Tony Hawk und Rodney Mullen. Nach einer längeren Auszeit ist er nun seit zwei Jahren wieder aktiv dabei und besitzt noch immer eine enorme Sprungkraft. Man denkt an einen Flummi, wenn Harithi vom Boden abhebt. Mit den Jahren hat sich auch für ihn in der Stadt viel getan. „Das Level der Fahrer ist heute unglaublich hoch.“ Dazu bietet die Stadt neben den klassischen Street-Spots, dem Kulturforum, der Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie viel mehr Abwechslung. Und da noch immer viel gebaut wird, entstehen ständig neue, temporäre Spots. Heute ist es somit viel leichter zu skaten als noch vor zehn oder 20 Jahren. Es gibt mehr Plätze und mehr betonierte Freiflächen. Das Angebot ist riesig. Und deswegen kommen auch immer mehr Leute nach Berlin. „Berlin ist ganz klar die Skateboard-Hauptstadt. Auch in Europa“, sagt Harithi.

Esther Suave/HiPi

Stark entwickelt hat sich insbesondere die Longboarder-Szene. Waren früher Streetskater und Freestyler prägend für das Image des Sports, sind es heute sie, die zunehmend das Bild in der Öffentlichkeit dominieren. Windskaten, wie es „Kalle“ Richter betreibt, Downhill, Slalom, Cruis­ing – es sind nicht zuletzt die zahlreichen Möglichkeiten und Facetten der Langbretter, die sie bei Anfängern und Profis gleichermaßen beliebt machen.

Chris Schütz ist leidenschaftlicher Downhillboarder. Er macht regelmäßig bei internationalen Wettbewerben mit, allerdings in einer Disziplin, die in Berlin wohl immer eine Randexistenz führen muss, denn es gibt keine Berge, die er mit seinem Brett, gern über 100 km/h schnell, herunterrasen könnte. Früher trainierte er oft am Teufelsberg, der immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 60 bis 70 km/h zulässt. Seitdem jedoch die ehemalige Radarstation der Amerikaner mehr und mehr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, könne man dort nicht mehr so richtig ausfahren, meint der Skater. Andere Spots will Schütz nicht preisgeben. Mehr Leute bedeuten eben immer weniger Freiraum. Schütz begeistert sich aber nicht nur für Abfahrten. Mit seinem Slalomboard ist er oft mittwochs am Velodrom anzutreffen. Gemeinsam mit anderen Slalomfahrern hat er zudem 2010 den Berliner Kurvenrollsportverein ins Leben gerufen. Ein Verein, der dem Sport „einen besserer Stand in der Öffentlichkeit“ geben soll und den sie durch Events und Trainingsmaßnahmen fördern wollen. Und wie sieht es mit der Frauenquote aus? Chris Schütz lächelt. „Schwer zu sagen, aber viele Frauen gibt es nicht.“

Helena Baldr hat darauf eine klare Antwort. „Beim Skaten geht es oft um Wettbewerb. Höher, schneller, weiter. Das ist für viele Frauen schlicht uninteressant.“ Dennoch hat der Sport sie schon ein Leben lang begleitet. „Beim Longboarden ist alles gechillter, weniger aggressiv. Das Board ist stabiler. Du kannst es als reines Transportmittel benutzen oder Tricks machen. Es ist immer deine Entscheidung.“ Gemeinsam mit Esther Suave gehört die Deutsch-Französin zu den wenigen Frauen in der Stadt, die Longboarden als ernsthaften Sport betreiben. „Dancing“ nennt sich ihre Disziplin, bei der man sich auf dem Brett so bewegt, als würde man darauf tanzen. „Vielleicht macht gerade das diesen Sport so sexy für Frauen. Man muss sich nicht anpassen, kann weiblich bleiben und trotzdem auf dem Brett stehen“, erklärt sie mit einem Lächeln. „Und ähnlich wie bei den Männern, will man ja angeschaut werden. Viele denken trotzdem, dass Frauen nicht aufs Board gehören. Aber wenn man es mal geschafft hat, sicher zu fahren, ein paar Tricks drauf hat, dann ist das ein sehr gutes Gefühl. Man erhält schnell ein Resultat, anders als bei normalen Boards.“ Im August wird Helena auf dem Tempelhofer Feld an der ersten Berliner Longboard Dancer Meisterschaft teilnehmen. Ein wenig Wettbewerb darf es also doch sein. (…) (md)

Gute Adressen für Zubehör und Fahrspaß

Shops:
Funky Summer Longboard Berlin – Mit weit über 200 verschiedenen Longboards, einer sehr großen Auswahl an Achsen und Rollen einer der größten Shops der Stadt. Tegeler Straße 30, Berlin-Wedding, www.LongboardZ.de

 

Lassrollen – Mit 300 unterschiedlichen Longboards bietet der Shop eine breite Auswahl, dazu Zubehör für jede Longboard-Art, sei es Cruisen, Downhill, Dancing, Sliding, Freeriding und Long Distance Pumping. Grünberger Str. 42, Berlin-Friedrichshain, Tel. +49 30 63 37 16 51, www.lassrollen.de

 

Titus Berlin – Im Berliner Shop gibt es eine große Auswahl an Skate- und Streetwear, vor allem bekannter Marken. Highlight ist die Skateanlage im Laden. Karl-Liebknecht-Str. 9, Berlin-Mitte, Tel. +49 30 30 87 53 44, www.titus.de


Spots:
Heidelberger Platz – Der öffentliche Skatepark ist zwar relativ klein, besitzt aber einen großen Bonus – er ist überdacht und kann somit auch bei schlechtem Wetter befahren werden.
Unter dem U+S-Bhf. Heidelberger Platz, Berlin-Wilmersdorf

 

Matthäikirchplatz – Vor der Gemäldegalerie, Kulturforum, Tiergarten, Skaten erlaubt montags, an den anderen Tagen ab 18 Uhr

Mellowpark – Der größte Skatepark Deutschlands punktet mit einem beachtlichen Rampenpark und besitzt darüber hinaus ein Dirt-Gelände, eine Bowl und ein eigenes Jugendzentrum mit Werkstatt. An der Wuhlheide 256, Berlin-Köpenick, Tel. +49 30 65 26 03 77, www.mellowpark.de


Neue Nationalgalerie Potsdamer Straße 50, Berlin-Tiergarten, Skaten erlaubt montags, an den anderen Tagen ab 18 Uhr. Philharmonie Herbert-von-Karajan-Straße 1, Berlin-Tiergarten, Skaten erlaubt montags, an den anderen Tagen ab 18 Uhr

 

Skatehalle Berlin – Auf 1600 Quadratmetern gibt es alles an Curbs, Rails und Ramps, was man zum Abheben braucht. Revaler Straße 99, Berlin-Friedrichshain, Tel. +49 30 29 36 29 66, www.skatehalle-berlin.de

 

Tempelhofer Feld – Auf der über 300 Hektar großen Fläche des ehemaligen Flughafens tummeln sich heute jede Menge Freizeitsportler und Sonnenanbeter. Gerade die Startbahnen eignen sich für Rollbretter und Skater. Eingang Platz der Luftbrücke 5, Berlin-Tempelhof

 

Velodrom – Die große Fläche vor den Treppen am Velodrom bietet reichlich Platz zum Skaten. Bei schlechtem Wetter geht es in den überdachten Teil des Geländes. Paul-Heyse-Straße 26, Berlin-Prenzlauer Berg

Termine:
216.-18.8.: 1. Europäische Longboard Dancer Meisterschaft
Das erste Event dieser Art in Berlin wird sowohl am SSE Europa-Sportpark als auch auf dem Tempelhofer Feld stattfinden.
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/117445405095078/


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