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22.12.2015

Modedesign

Issever Bahri | High-End-Fashion und Folklorismus

       16. Februar 2011       

Frisch von der Modeschule gründeten Cimen Bachri und Derya Issever im März 2010 ihr eigenes Modelabel. Schon jetzt gelten die beiden Designerinnen mit türkischen Wurzeln als vielversprechende neue Talente. 

Die Familie der einen stammt aus der Türkei. Die Eltern der anderen gehören einer türkischen Minderheit in Griechenland an. Die beiden jungen Designerinnen Derya Issever und Cimen Bachri haben das, was man auf neudeutsch einen Migrationshintergrund nennt. Als die beiden Modeabsolventinnen im letzten Frühjahr ihr Label Issever Bahri gründeten, war für sie klar: Ihre Wurzeln sollen sich auch in ihrer Mode zeigen. Wenn auch nicht auf den ersten Blick.

„Hinter jeder unserer Kollektionen steht eine Geschichte“, erklärt Derya Issever, „die Beschäftigung mit unseren Wurzeln ist dabei im Moment wichtig und inspirierend für uns.“ Jedes Jahr besuchen die beiden Designerinnen Familie und Freunde in beiden Ländern, wenn sie nicht gerade in Berlin an den Kollektionen arbeiten.

Eine ganze Wand ihres Kreuzberger Ateliers ist bedeckt mit Bildern und Zeitungsausschnitten. Darunter ein Foto von zwei Männern, ordentlich in Hemd und Anzug, man könnte sagen gut gekleidet. Doch die Sachen sind erkennbar abgetragen und wirken leicht schäbig. Es ist dieses Schwarz-Weiß-Foto zweier türkischer Gastarbeiter, das im Zentrum der kommenden Herbst- und Winterkollektion steht.

„Sie gaben sich immer Mühe, gut gekleidet zu sein, auch wenn sie wenig Geld hatten“, so die Modeschöpferinnen über die Gastarbeiter der ersten Generation. „In der Türkei trugen die Männer sogar bei schwerer Arbeit immer Hemden, erst in Deutschland tauschten sie die gegen die hier üblichen Arbeitsoveralls ein." Die Kollektion ist daher geprägt durch maskuline Schnitte und Details, etwa hochgeschlossene Hemdkrägen und oversized geschnittene Jacken und Mäntel mit breiten Schultern. Auch bei der aktuellen Sommerkollektion, die jetzt in die Geschäfte kommt, sind Muster und Ornamente osmanischer Kunst das Hauptthema.

Daneben finden auch traditionelle Handarbeiten den Weg in die Entwürfe. „In unseren Familien war das immer ein Thema und sie werden auch manchmal mit eingespannt“, erklärt das Designerduo. Eine Art Markenzeichen sind ihre gehäkelten Stücke aus dünnen, schwarzen Lederschnüren. Mal werden aus den kunstvoll durchbrochenen Strukturen, die dadurch entstehen, komplette Kleidungsstücken wie Bodys oder Leggings, mal kommen sie nur dezent als Einsätze an Schultern oder Kragen zur Geltung.

Issever Bahris Mischung aus traditionellem Handwerk und modernen Schnitten traf übrigens bei Insidern bereits nach wenigen Monaten auf höchst positive Resonanz. Während der Berliner Fashionweek im letzten Juli gewann das Designerduo den "Young Designers Award" der Modemesse Premium.

(lmb)

Issever Bahri, Wrangelstraße 5, Berlin-Kreuzberg

Tel. +49 176 65 00 67 83, www.isseverbahri.com


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