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Mode und Kunst

Study of the possible | Mode als politische Kunst

       05. November 2013       

Bobby Kolade und Manu Washaus drucken Katastrophenfotos des bangladesischen Texilfabrikeinsturzes auf Sweatshirts.

Reißerische Berichterstattung in den Medien führt meist in ein moralisches Dilemma: Einerseits werden alle zur Verfügung stehenden journalistischen Mittel aufgefahren, um die Tragik einer Katastrophe authentisch darzustellen. So können Spendengelder akquiriert werden oder präventive Maßnahmen. Andererseits wird so natürlich auch um Leser gekämpft. Die sind in dem Fall Konsumenten des jeweiligen journalistischen Mediums und sollen durch schreckliche Bilder angelockt werden.

Genau diesem Thema hat sich der Künstler Manu Washaus gewidmet. Er wählte die Berichterstattung über die im April eingestürzte Textilfabrik in Bangladesch, bei der 1129 Menschen starben. Eine Auswahl dieser Pressefotos war ursprünglich ein Teil seiner aktuellen Serie Study of the possible. Zusammen mit dem deutsch-nigerianischen Modesigner Bobby Kolade ließ er sie auf Sweatshirts drucken, die sie bewusst in Shenzhen, China herstellen ließen.

So prangern die entstandenen Plastiken die Herstellungsbedingungen von Mode an und bringen sie in einen Zusammenhang mit der Katastrophe. Sie benutzen also dieselbe Strategie wie reißerische Medien, die sie aber gleichzeitig kritisieren. Die Pullover sind bewusst nicht verkäuflich, sie sollen als Kunstprojekt wahrgenommen werden und befinden sich im Showroom von Boby Kolades PR-Agentur. Die berichtet auf Nachfrage natürlich als erstes von Kolades Debütkollektion, die auf der Fashionweek in Berlin einen Preis bekommen hat und erst im zweiten Satz von dem Kunstprojekt. PR Agentur bleibt eben PR Agentur, aber Kunst bleibt auch Kunst, und wenn es gute Kunst ist, dann bleibt auch ihr Charakter bestehen, egal wo sie hängt. (jor)


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