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Heimat

Veränderungsatelier | Änderungsschneiderei 2.0

       29. Oktober 2013       

Im Veränderungsatelier geht es um Erhaltung, Erneuerung und die Produktion von Originalen nach den eigenen Vorstellungen.

Am Türrahmen des kleinen Ladens hängt ein Foto, auf dem sich zwei Frauen in jeweils ein Hosenbein einer XXL-Damenhose quetschen. Daneben steht auf einem Zettel die Geschichte, wie die Hose zum Cocktailkleid geworden ist. Upcycling also, das Designen neuer Kleidung durch Recycling alter Stoffe. Ist das etwas Neues? Das Konzept des Veränderungsateliers geht tatsächlich darüber hinaus, es ist sozusagen eine Änderungsschneiderei 2.0. Alte Lieblingsteile sollen durch Veränderungen wieder tragbar gemacht, Fehlkäufe durch Änderungen dem Geschmack des Kunden angepasst werden.

So werden zum Beispiel die Mottenlöcher in einem Strickpulli mit Filzstreifen verdeckt. „Und dann geht’s los“, sagt die Designerin Johanna Struck, und meint: mit der Kreativität. Denn nun werden weitere Filzstreifen asymmetrisch über den Pulli verteilt. Der Pulli wird also ganz bewusst und sichtbar verändert, sodass das Veränderungsatelier auch Stoffe annehmen kann, deren Schäden nicht mehr unauffällig kaschiert werden können. So werden ganz nebenbei individuelle Originale geschaffen. Oft erzeugt erst dieses Angebot die Nachfrage und Kunden überlegen noch im Laden, was aus ihrem Schrank denn eine Veränderung nötig haben könnte. Sie können sich das Design selbst ausdenken, das sei Attraktive des Konzepts, meint Chef-Designerin und Initiatorin LisaD alias Elisabeth Prantner.

Die Teile haben im Gegensatz zu industriell hergestellter Kleidung alle individuelle Geschichten, diese werden auf der homepage aus der Sicht der Kleidungsstücke erzählt. Ein Hemd erzählt da von seinen Weinflecken, eine Hose von ihrem Hersteller - es ist ihr ein bisschen peinlich - Hugo Boss, und eine andere Hose erzählt, sie habe ihre chinesische, unterbezahlte Näherin ausfindig machen können. Allerdings sind die Geschichten Fiktionen, geschrieben von Lisa D. So wird eine Moral erzeugt, der sich die Kunden anschließen können, doch eigentlich werden käufliche Produkte präsentiert. Eine Vermarktungsstrategie unter dem Deckmäntelchen vermeintlich echter Geschichten also, was gerade bei der Erwähnung der prekären Produktionsumstände der Textilindustrie einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

 

(jor)

Veränderungsatelier, Hackesche Höfe, Hof 4, Rosenthaler Straße 40/41, Berlin-Mitte, www.lisad.com


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